Luxus finanziert

Millionen-Untreue in Mexiko: Oberste Lehrerin in Haft

Ausland
27.02.2013 14:33
Die Vorsitzende der mexikanischen Lehrergewerkschaft, Elba Esther Gordillo, ist bekannt für ihren extravaganten Lebensstil. Wie sie sich ihre Schönheitsoperationen, Kunstwerke und Immobilien finanzieren kann, dürfte nun geklärt sein. Gordillo wurde wegen der Unterschlagung von umgerechnet 120 Millionen Euro an Gewerkschaftsgeldern verhaftet.

Die Gelder soll sie auf diverse Privatkonten in der Schweiz und Liechtenstein transferiert haben, erklärte Generalbundesanwalt Jesus Murillo Karam am Dienstag. Das unterschlagene Geld dürfte die 68-Jährige unter anderem für Luxus-Shopping, Schönheitsoperationen und Kunstwerke ausgegeben haben, erklärten Ermittler, nachdem sie die Frau am Flughafen von Toluca südwestlich von Mexiko-Stadt gefasst hatten.

Ermittlern fielen verdächtige Transaktionen auf
Nach Angaben des Justizministeriums flog Gordillo wegen einer ungewöhnlichen Transaktion auf. Daraufhin seien weitere Finanzbewegungen und die Unterschlagung von insgesamt 120 Millionen Euro an Geldern der Gewerkschaft entdeckt worden. Für drei weitere Verdächtige, die sich mit Geldern der Gewerkschaft bereichert haben sollen, klickten ebenfalls die Handschellen.

Die Verhaftung der mächtigen Gewerkschaftschefin erfolgte lediglich einen Tag, nachdem Präsident Enrique Pena Nieto eine Erziehungsreform ankündigt hatte. Diese Reform wird von Gordillo vehement kritisiert. Sie gilt als erbitterte Kämpferin für das alte System, welches von ihrer mächtigen Gewerkschaft kontrolliert wird.

Gewerkschaftschefin wird auch Mord vorgeworfen
Die 68-Jährige führt die mexikanische Lehrergewerkschaft seit 1988 an. Sie gehörte bis 2006 der heute regierenden Partei der Institutionalisierten Revolution an, dessen Generalsekretärin sie auch war. Nachdem sie die Vorwahlen zur Präsidentschaftskandidatur verloren hatte, wechselte sie zur inzwischen von ihr kontrollierten Partei Nueva Alianza über und gilt auch als eine der mächtigsten Gegnerinnen des neuen mexikanischen Präsidenten.

Gordillo sieht sich seit Jahren massiver Kritik seitens politischer Rivalen und Journalisten wegen des Verdachts auf Korruption, Veruntreuung und sogar Mord ausgesetzt. In diesem Fall geht es um einen Lehrer einer konkurrierenden Gewerkschaft, der in den 1980er-Jahren erschossen wurde. Gordillo wurde zwar mit dieser Bluttat in Verbindung gebracht, aber niemals angeklagt.

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