Vor der Renaturierung war das Ufer der March „geschottert“ – jetzt regiert die grüne Natur: An dem Grenzfluss demonstrierte der WWF, wie allein durch die Entfernung von Blocksteinbegrenzungen sich Fauna und Flora wieder ausbreitet. Positiv auch bei Überschwemmungen: Der Boden nimmt mehr Wasser auf, bei Trockenheit hält er das kostbare Nass länger.
Rund 200 Quadratkilometer zusätzliche Auenlandschaft könnte entstehen, wenn man auf lediglich 60 Kilometern die Ufer naturnah überarbeitet und Nebenarme wieder einbindet: Der WWF Österreich hat am Grenzfluss March exemplarisch das Potenzial eruiert, dass vor allem Au-Flüsse durch Renaturierungsmaßnahmen bieten.
Nebenarme vergrößern die Feuchtflächen
Im Reservoir der Umweltorganisation hatte man entlang weniger hundert Meter Marchufer lediglich die Blockstein-Abschnitte entfernt und konnte so sieben Nebenarme wieder an den Hauptfluss anbinden. Über die Folgen für Fauna und Flora staunt selbst Experte Jurien Westerhof: „Schon nach kurzer Zeit haben sich Pflanzen die neu geschaffenen Lebensräume zurückerobert. Und nach lediglich anderthalb Jahren hat sich dort die Anzahl der Jungfische jetzt verdreifacht!“
Flüsse werden zu Schutz-Refugien für Fauna und Flora – wir haben es am Beispiel March gezeigt. Die Naturflächen schützen vor Flutwasser und speichern es.
Joschka Brangs, Sprecher des WWF Österreich
Bedenkt man, dass in Österreich nur noch 14 Prozent der Flussufer ökologisch intakt und 90 Prozent der ursprünglichen Moorflächen zerstört sind, hätten gut geplante und gezielte aufeinander abgestimmte Maßnahmen wie an der March hier enorm positive Auswirkungen, ergänzt die Naturschutzorganisation.
Nicht nur Fauna und Flora profitieren
Und das nicht nur für die Umwelt: Denn durch neue Naturflächen bietet sich ein großer Hochwasser-Puffer. Außerdem entstehen durch vergrößerten Flächen an Feuchtgebiet wichtige Wasserspeicher bei Trockenheit. „Daher sollten sie auch einen nationalen Schwerpunkt bei der Umsetzung bilden, die in knapp zwei Jahren von der EU zwingend vorgeschrieben werden“, betont WWF-Sprecher Joschka Brangs.
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