Wirt plant Boykott:

“Kein Pago mehr in Klagenfurt, kein Pago mehr bei mir”

Wirtschaft
21.02.2013 09:38
Mit Jahresende will Neo-Eigentümer Eckes-Granini, wie berichtet, die Pago-Produktion in Klagenfurt schließen. Das Aus für 115 Mitarbeiter des traditionsreichen Fruchtsaftherstellers beschäftigt auch die Wirte. "Gibt es Pago in Klagenfurt nicht mehr, gibt es Pago auch bei mir nicht mehr", sagt etwa Gastronom Karl Kogler aus St. Urban (Bild).

Während einige durch verstärkten Kauf den Standort retten wollen, überlegen andere den Boykott der Marke. "Ich habe mit dem Granini-Chef telefoniert. Dass alle 115 Arbeitsplätze in Klagenfurt zu retten sind, trau ich mich kaum zu hoffen. Doch wenigstens die Hälfte. Ich will noch bis Jahresende warten. Gibt es Pago in Klagenfurt nicht mehr, gibt es auch in der Pfeffermühle in St. Urban kein Pago", so Karl Kogler.

Befürchtet wird unterdessen, dass die Produktion aus Klagenfurt bereits in wenigen Wochen abgezogen werden könnte. Granini-Boss Thomas Hinderer beruhigt: "Dazu wären wir gar nicht in der Lage. 2013 wird ein Großteil in Klagenfurt produziert - vielleicht wird im September oder Oktober ein Teil nach Frankreich verlegt."

"Pago wird trotzdem gekauft"
Dass ein Boykott die Konzern-Entscheidung kippen kann, glaubt Walter Neugebauer vom Löllinger Traditionshaus nicht: "Irgendwann denkt niemand mehr an die Verlegung, Pago wird trotzdem gekauft." Im Programm bleibt Pago auch beim "Metzgerwirt" in Radenthein. "Ich biete auch Apo aus Obermillstatt an und werde stärker auf lokale Erzeuger setzen. Und warum können wir nicht heimisches Wasser günstig anbieten statt importiertes Mineralwasser", überlegt Emanuel Stadler.

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