In ihren schwermütigen Soundwelten pendelt die Amerikanerin Zola Jesus zwischen Goth-Pop-Anleihen, Dark-Wave-Eruptionen und elektronischen Elementen. Am 16. September präsentiert sie ihre verträumten Herbst-Stücke im Wiener Porgy & Bess.
Düsterer Gothic-Pop, Dark Wave und viele elektronische Elemente – wenn Zola Jesus die Bühne betritt, sind der Dunkelheit Tür und Tor geöffnet. In Wien begeisterte die vielseitige Künstlerin schon an unterschiedlichsten Stellen. 2015 gab sie ein fulminantes Debüt im WUK, zwei Jahre später füllte sie das Fluc am Praterstern und 2022 begeisterte ihre Musik Fans beim „Desertshore“-Festival im Wiener Volkstheater. Es ist nur folgerichtig, dass die 35-jährige Nika Roza Danilova, wie sie mit bürgerlichem Namen heißt, nun im ehrwürdigen Jazz-Keller Porgy & Bess in der Riemergasse für abendliche Klangfreuden sorgen wird.
Melancholischer Pop-Noir
Wiewohl es in den letzten Jahren ein bisschen ruhiger wurde, um die „Königin der Schwermut“ mit russisch-ukrainischen Wurzeln. Ob es an der prekären politischen Lage oder doch an einer gewissen künstlerischen Müdigkeit liegt, bleibt offen. Wer sich ihrem melancholischen Pop-Noir hingibt, der schätzt den frischen Herbst lieber als die unbändige Hitze des aggressiven Sommers. Ihr Künstlername vermischt sich aus der französischen Schriftstellerin Émile Zola und der emotiv-spirituellen Band Jesu.
Ihre Songs sind gleichermaßen kraftvoll wie filigran. Sie erforschen tiefe Seelenwelten und können auch mal etwas leichter an der Oberfläche waten. Nicht zuletzt die Gegensätze ihre emotionale Beschaffenheit und der dazugehörigen Musik machen Zola Jesus zu einem besonderen Klangerlebnis. So war etwa das 2014 veröffentlichte „Taiga“ von einer lockeren Unbeschwertheit durchzogen, auf „Okovi“ erforschte sie die grottentiefen Abgründe ihrer Depression. Schade, dass ihr bislang letztes, 2022 veröffentlichtes Studioalbum „Arkhon“ nicht mehr so ganz an die Strahlkraft seiner Vorgänger heranreichen konnte.
Wenn es nie reicht
Wenn Zola Jesus an Songs arbeitet, dann tut sie das mit absoluter Hingabe und ganz ohne Kompromisse. „Als Musikerin habe ich immer das Gefühl, dass es nicht reicht, was ich tue. Ich suche nach mehr und will das auch meinen Hörern bieten“, erzählte sie der „Krone“ einst im Interview, „wenn ich es schaffe, dass die Menschen mithilfe meiner Songs ihre eigenen Dämonen bekämpfen können, besser mit ihren Problemen klarkommen, dann ist das mehr, als ich mir jemals zu erträumen wagte.“
In Wien wird sie auch Nummern ihrer aktuellen Live-EP „Alive In Cappadocia“ präsentieren. Wie auch schon im Kloster lässt Danilova diesmal die episch rauschenden Synthesizer und wabernden Bässe zuhause und setzt allein auf ihre eindrucksvolle Stimme, begleitet mit einem verletzlich-beklemmenden, zarten, weltentrückten und bittersüßen Piano.
Live im Porgy & Bess
Am 16. September spielt Zola Jesus auf ihrem Piano live im Wiener Porgy & Bess. Unter www.oeticket.com gibt es noch Karten für ihre einzige Österreich-Show, die sich musikalisch ideal in den langsam ankommenden Herbst schmiegen wird.
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