Ecuador stimmte ab
Amtsinhaber Rafael Correa siegt bei Präsidentenwahl
Correa feierte seinen Sieg im ersten Wahlgang mit seinen Anhängern, die sich vor dem Präsidentenpalast in Quito versammelt hatten. "Danke für dieses Vertrauen", rief er ihnen vom Balkon aus zu, nachdem ihn drei Nachwahlbefragungen zum Sieger erklärt hatten. "Wir werden euch niemals enttäuschen, dieser Sieg gehört euch." Niemand könne diese Revolution aufhalten, so Correa weiter. "Wir sind dabei, Geschichte zu schreiben."
"Rafael, wir lieben dich"
Auf den Straßen der Hauptstadt feierten zahlreiche Menschen Correas Sieg. Sie riefen "Rafael, wir lieben dich", schwenkten grüne Fahnen, zündeten Böller und hupten.
Laut Innenministerin waren 76.200 Soldaten und Polizisten im Einsatz, um einen ruhigen Verlauf der Wahlen zu gewährleisten. Laut den Wahlbeobachtern der lateinamerikanischen Organisation UNASUR gab es keine nennenswerten Zwischenfälle. In Ecuador mit rund 15,4 Millionen Einwohnern herrscht Wahlpflicht für Bürger zwischen 18 und 65 Jahren.
Lasso: "Werde der zweite politische Führer in Ecuador"
Lasso, der unter den sieben Gegenkandidaten mit Abstand der stärkste war, räumte seine Niederlage ein. "Heute Nacht muss ich den Triumph von Präsident Rafael Correa anerkennen", sagte er vor seinen Anhängern in Guayaquil. Die Wiederwahl verdiene Respekt. Er selbst werde von nun an der "zweite politische Führer in Ecuador" sein, sagte der Politiker, der während der schweren Wirtschaftskrise des Landes Ende der 90er-Jahre Finanzminister war.
Glückwünsche kamen auch von anderen politischen Schwergewichten: Der kubanische Staatschef Raul Castro und der linksgerichtete nicaraguanische Präsident Daniel Ortega zählten zu den Ersten, die Correa zu dessen Wahlsieg gratulierten. Auch von der Regierung des nördlichen Nachbarlands Kolumbien kamen Glückwünsche.
Correa schaffte es, Ecuador politisch zu festigen
Correa wurde Ende 2006 erstmals ins Präsidentenamt gewählt, bei vorgezogenen Neuwahlen im Jahr 2009 wurde er bestätigt. Der in den USA ausgebildete Ökonom lehnt eine neoliberale Wirtschaftspolitik ab und arbeitet eng mit anderen linken Staatschefs Lateinamerikas wie etwa dem erkrankten venezolanischen Präsidenten Hugo Chavez zusammen. Es gelang ihm, das instabile Ecuador, das im Jahrzehnt vor seiner ersten Wahl sieben verschiedene Präsidenten hatte, politisch zu festigen.
Correa konnte bei der ärmeren Bevölkerung mit Sozialprogrammen punkten. Er beschnitt dagegen die Macht großer Konzerne und Medienunternehmen, Ölfirmen bekamen neue Verträge, die dem Land einen größeren Anteil an den Einnahmen sicherten.
Eigener Bruder gehört zu seinen erbittertsten Feinden
Seine Kritiker werfen dem Staatschef vor, ausländische Investoren abzuschrecken und autoritär zu regieren. Zu Correas erbitterten Feinden in Unternehmerkreisen zählt auch sein älterer Bruder Fabricio, der als Spott über die Wahlen am Sonntag mit einem Bodyguart im "Darth Vader"-Kostüm zur Urne geschritten war und ihn als "interplanetarischen Beobachter" der Wahlen vorgestellt hatte.
Fabricio Correa hatte 2010 seine eigene Partei, Gerechtigkeit, Fortschritt und Ordnung, gegründet. Eine Kandidatur bei der Präsidentschaftswahl wurde ihm untersagt, weil er nicht genügend Unterschriften von Unterstützern gesammelt hatte. Als die Justiz ihm vorwarf, Unterschriften gefälscht zu haben, sprach er von einem politischen Komplott. Zum Bruch zwischen den Brüdern war es gekommen, als Verträge zwischen dem Staat und mit Fabricio Correa verbundenen Unternehmen ans Licht kamen, die der Präsident 2009 annullieren ließ.
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