Neuer Torten-Knigge
Gesundheitsrat in Australien bläst Kindern Kerzen aus
Kerzenausblasen ist nach Meinung des australischen Gesundheitsrates kein Kindergeburtstag. Die neuen Richtlinien der Behörde greifen deutlich in das Torten-Zeremoniell in Kindergärten ein: Eltern sollen ihren Kindern an deren Ehrentag keine große Torte fur alle mitgeben, sondern lieber mehrere kleine. Man könne natürlich auch ein eigenes Stück fur das Geburtstagskind mitschicken - "falls gewünscht mit Kerze", gibt man sich großzügig. In diesem Fall sei ein großer Kuchen zum Aufteilen vertretbar, allerdings ohne Kerzen.
Die Ärzte in Australien reagierten verständnislos auf den Vorstoß des Gesundheitsrates. Die Nationale Medizinervereinigung meinte am Mittwoch, der Staat sei mit der Torten-Richtlinie "ein bisschen zu weit gegangen". Aus medizinischer Sicht sei es vielmehr ratsam, die Kinder den Antigenen in der Umwelt auszusetzen, um ihr Immunsystem zu stärken. Es sei nicht zielführend, Kinder in einer abgeschlossenen Blase leben zu lassen.
"Wenn jemand auf einen Kuchen niest, würde ich den wahrscheinlich nicht essen wollen. Aber wie viele Erreger wandern schon auf eine Torte, wenn man Kerzen ausbläst, um Himmels willen?", fragte sich der Präsident der Medizinervereinigung, Steve Hambleton, in der Melbourner Zeitung "Herald Sun". "Wenn man in einer künstlichen Blase aufwächst, wird man später im Leben mit Infektionen zu kämpfen haben, mit denen der Körper nicht umgehen kann", so Hambleton weiter.
Kritik auch an Sandkisten-Richtlinie
Auch die Vorgabe, dass sich Kinder vor und nach dem Spielen in einer Sandkiste die Hände waschen sollten, kritisierte der Ärzte-Funktionär als "lächerlich". Weitere Elemente der staatlichen Richtlinie: Kinderbetreuer sollen Türklinken, Böden, Polsterbezüge und Spielsachen täglich reinigen. Außerdem sollen Betreuungseinrichtungen Eltern in die Schranken weisen, die ein krankes Kind in eine Tagesstätte schicken, auch wenn diese ein medizinisches Zertifikat besitzt.
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