Drakonische Strafe

China: Todesurteil wegen Hilfe zur Selbstverbrennung

Ausland
31.01.2013 10:59
Ein chinesisches Gericht hat zwei Tibeter zu drastischen Strafen verurteilt, weil sie zu Selbstverbrennungen angestachelt haben sollen. Ein Mönch hat die Todesstrafe ausgefasst, ein zweiter soll zehn Jahre hinter Gitter. Die beiden hätten laut chinesischen Angaben aus Protest gegen die Tibet-Politik Pekings Menschen dazu angespornt, sich anzuzünden.

Die amtliche chinesische Nachrichtenagentur Xinhua bestätigte am Donnerstag die drakonischen Strafen. Ein 40-jähriger Mönch wurde wegen Beihilfe zur Selbstverbrennung zum Tod verurteilt. Sein Todesurteil soll laut der Agentur voraussichtlich in eine langjährige Haftstrafe umgewandelt werden – bis zu 25 Jahre sind möglich. Der zweite Verurteilte ist der 31-jährige Neffe des Mönchs. Er hat zehn Jahre Haft ausgefasst.

Die beiden Männer hätten in der chinesischen Provinz Sichuan "acht Menschen angespornt und genötigt, sich selbst zu verbrennen", so die Angaben aus Peking. Drei jener acht Menschen, die sich auf Initiative der beiden Verurteilten angezündet hätten, seien gestorben.

Viele Tibeter protestieren mit drastischen Mitteln wie Selbstverbrennungen gegen die Herrschaft Chinas über Tibet (siehe Infobox). Alleine in den vergangenen vier Jahren haben sich mindestens 99 Tibeter selbst angezündet.

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