Ein grünes Naturrefugium statt Luxuswohnungen? Die Zukunft des historischen Werft-Areals – es sollte ja verbaut werden – in Korneuburg ist ein heißes Diskussionsthema.
Nach dem Schiffbruch des Immobilienentwicklungskonstruktes Signa fordert die SPÖ „endlich ein Ende der Spekulationen“ um das Werft-Areal in Korneuburg. Wie berichtet, sollte darauf ein Wohnprojekt verwirklicht werden. „Die Immobilienspekulation hier muss gestoppt werden, bevor es zu einer Umwidmung durch die Stadt kommt“, forderten gestern Vizebürgermeisterin Bernadette Haider-Wittmann und Landesrat Sven Hergovich (SPÖ) direkt auf dem Werft-Areal. Die Flächen, die derzeit noch der Signa gehören, sollen von Stadt und Land „freigekauft“ werden. „Wir müssen jetzt die Flächen sichern. Niederösterreich kann dadurch eine Donauinsel erhalten“, meinen sie.
Hergovich warnt: „Sollten die Flächen auf der Werft-Halbinsel zu Bauland umgewidmet werden, ändert sich ihr Preis von 11 auf 44 Millionen Euro. Den Gewinn würde der Masseverwalter an Gläubiger weitergeben.“
Da sich die Stadt Korneuburg den Erwerb der Flächen alleine nicht leisten kann, schlägt Hergovich einen finanziellen „Rettungsring“ des Landes vor. Er will bei der nächsten Sitzung der Landesregierung einen Antrag auf Kostenbeteiligung des Landes einbringen. „Dann steht einer Donauinsel in Korneuburg nichts mehr im Wege“, sagt er. Für die Renaturierungsarbeiten wollen Hergovich und Haider-Wittmann die Landes-Organisation „Natur im Garten“ mit ins Boot holen.
Die (Landes-)Volkspartei scheint aber wenig gesprächsbereit. Landesgeschäftsführer Matthias Zauner: „Bestehende Verträge und Planungen können nicht einfach von einem auf den anderen Tag über den Haufen geworfen werden. Es wurde eine Vision, im Übrigen mit der SPÖ Korneuburg, erarbeitet. Zwar muss aufgrund der Signa-Insolvenz im Falle eines Verkaufs der Projektgesellschaft ein neuer Partner gefunden werden. Das ändert aber nichts daran, dass das erarbeitete Konzept für die Werft innovativ und modern ist. Es gibt also keinen Grund, dieses Projekt nur wegen eines unfinanzierbaren Fantasie-Vorschlags von Landesrat Hergovich ad acta zu legen.“
Haider-Wittmann kontert: „In dem Entwicklungspapier standen beispielsweise Infrastrukturmaßnahmen, die die Signa finanzieren wird. Das kommt jetzt ohnehin nicht zustande. Wir sehen das Freikaufen als einmalige Chance, die genutzt werden sollte.“
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