Drama mit 331 Toten
Beslan-Geiselnehmer schuldig gesprochen
Ausland
16.05.2006 09:35
Der einzige überlebende Geiselnehmer von Beslan ist am Dienstag schuldig gesprochen worden. Das Gericht im südrussischen Wladikawkas verhängte gegen den 25-jährigen Nurpaschi Kulajew einen Schuldspruch wegen Mordes und Geiselnahme. Der Staatsanwalt hatte die Todesstrafe gefordert. Diese würde der Rechtslage entsprechend in lebenslange Haft umgewandelt. Die Verlesung des Urteils dauert zwei Tage.
Die Geiselnahme in einer Grundschule von Beslan, die im September 2004 mit dem Tod von über 300 Menschen endete, wurde von dem Gericht als "terroristischer Akt" eingestuft. Kulajew hatte sich zunächst schuldig bekannt, später das Geständnis aber zurückgezogen und erklärt, er sei mit seinem Bruder verwechselt worden.
Von den rund 1.100 Schülern, Eltern und Lehrern, die sich ursprünglich in der Gewalt der Geiselnehmer befanden, kamen nach offiziellen Angaben bei einem groß angelegten Einsatz der Sicherheitskräfte 331 Menschen ums Leben, unter ihnen 186 Kinder. Hunderte Geiseln wurden verletzt. Von den 32 Geiselnehmern wurden demnach alle bis auf Kulajew getötet.
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