Gesundheits- und Sozialminister Johannes Rauch (Grüne) spricht im großen „Krone“-Interview über die blaue Gefahr, schwarze Blockierer und grüne Besserwisserei. Und er verrät, warum er seine Polit-Pension möglicherweise verschiebt.
„Krone“: Herr Rauch, ursprünglich wollten Sie sich mit Ende der Legislaturperiode in die Pension verabschieden. Zuletzt haben Sie aber angekündigt, bei Bedarf nach der Nationalratswahl doch weiterzumachen. Woher der Sinneswandel?
Johannes Rauch: Letztlich ist es ein Gefühl der Verantwortung in einer schwierigen Situation. Es geht darum, dass wir das Land in stabilen Fahrwassern halten. Mit einer von der FPÖ geführten Regierung wird das allerdings nicht möglich sein. Ich habe in den vergangenen zweieinhalb Jahren hautnah erfahren, wie die ticken. Der Treibstoff der Freiheitlichen ist Hass und Spaltung, an Problemlösungen sind sie gar nicht interessiert. Das halte ich nicht aus. Daher mein Angebot an Werner Kogler: Wenn ich einen Beitrag leisten kann – ob bei Regierungsverhandlungen oder danach -, dann stehe ich zur Verfügung. Jetzt geht es aber erst einmal darum, bei den Wahlen das bestmögliche Ergebnis zu erzielen, um überhaupt eine Regierungsoption zu haben. Realistischerweise wird es im Fall der Fälle um eine Dreierkoalition gehen. Eine Zweierkonstellation dürfte sich höchstens zwischen Blau und Schwarz ausgehen, was meiner Meinung nach unbedingt verhindert werden sollte. Es wäre grob fahrlässig, der FPÖ das Kanzleramt oder Regierungsverantwortung zu übertragen.
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