Neuer Kessel eingebaut

Millionen an Grüner Wärme für die ganze Stadt

Kärnten
01.08.2024 16:00

Nach eineinhalb Jahren Bauzeit wurde der neue Kessel im Biomasseheizwerk St. Agathen in Villach eingesetzt. Ab Dezember soll er tausende Haushalte mit grüner Wärme versorgen.

„Wir haben jetzt in die Erweiterung hier insgesamt 32 Millionen Euro gesteckt, die neue Kesselanlage schlägt mit 11,5 Millionen Euro zur Rechnung. Das ist auch das Herzstück“, erklärt „Kelag Energie & Wärme“ Geschäftsführer Adolf Melcher, er ist seit 1986 beim Unternehmen und hat es mitaufgebaut, bei der Installation des 75-Tonnen-Kessels. „Kärnten hat schon immer auf nachhaltige Fernwärme gesetzt. Wir haben jetzt 15 Heizkraftwerke im Land.“

Mit einem 650-Tonnen-Kran (es gibt nur zwei so große in Österreich) wurde der 75-Tonnen-Kessel ...
Mit einem 650-Tonnen-Kran (es gibt nur zwei so große in Österreich) wurde der 75-Tonnen-Kessel ins Heizkraftwerk gehoben.(Bild: Felix Justich)
Das Team von „Kelag Energie & Wärme“ vor dem Kessel.
Das Team von „Kelag Energie & Wärme“ vor dem Kessel.(Bild: Felix Justich)

Österreichweit ist die Kelag-Tochter sogar die Nummer 2 bei den Fernwärmeanbietern, nur die Wien Energie ist größer. So eine Investition bedeutet auch eine langfristige Planung. „Das rechnet sich wahrscheinlich erst in 30 Jahren, wir bauen stetig aus. Wir verlegen im Jahr sechs Kilometer neue Leitungen“, erzählt Melcher. „Die Systeme halten gut 40 Jahre.“

Fernwärmenetz wächst weiter
Der neue Heizkessel wird ab Dezember pro Stunde 20 Schüttraummeter Hackschnitzel verbrennen und damit 50 Millionen Kilowattstunden Wärme produzieren – so viel wie mit 30 Millionen Liter Heizöl. Damit wächst die Gesamtleistung des Heizkraftwerks auf 300 Millionen Kilowattstunden. „Villach wächst jährlich um rund 1000 Einwohner, daher ist die Erweiterung notwendig“, betont der neue KEW-Geschäftsführer Christoph Herzeg. „Bis 2040 wird das Fernwärmenetz bis in die Peripherie wachsen, teils bis zum Ossiacher See.“

Daten zum Kessel

  • 75 Tonnen Gewicht
  • 4,2 mal 42, Meter Fläche, 12 Meter Höhe
  • 30 Kubikmeter beheiztes Wasser
  • 20 Schüttraummeter Hackschnitzel pro Stunde
  • 50 Millionen Kilowattstunden Wärme pro Jahr
  • 1,5 Millionen Euro für die Kesselanlage

Die Bauzeit der neuen Kesselanlage hat eineinhalb Jahre betragen. „Die Bewilligungen waren relativ einfach, da das Projekt auch den Rückhalt bei Bevölkerung und Politik hat“, erklärt Projektleiter Wolfgang Gutjahr. „Das Herzstück der Anlage, der Kessel, wurde in Kärnten produziert. Darin werden künftig 30 Kubikmeter Wasser mit Biomasse beheizt.“ Doch damit kehrt keineswegs Ruhe ein. „Wahrscheinlich braucht Villach bis 2030 ein weiteres Heizkraftwerk“, wagt Adolf Melcher einen Blick in die Zukunft.

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