Müll unter Gebäuden

Versinkende Häuser in Tirol: Gemeinde zahlt die 630.000 €

Österreich
16.01.2013 08:45
Die Bewohner der im Müll versinkenden Häuser in der Tiroler Gemeinde Rietz können mit der Sanierung beginnen: Bei einer nicht öffentlichen Sitzung hat der Gemeinderat am Montagabend die Freigabe jener Mittel beschlossen, die das Gericht den Bewohnern einer Siedlung zugesprochen hatte. Eine 18-jährige Leidensgeschichte geht damit ihrem Ende entgegen.

Bald wäre die Zahlungsfrist, die das Gericht der Gemeinde Rietz gesetzt hatte, abgelaufen. In einer Sondersitzung beschloss der Gemeinderat daher, die Mittel auszuschütten. In Summe handelt es sich um 630.000 Euro, die die drei betroffenen Familien erhalten. "Die Zahlung ist wichtig. Die Zeit läuft uns davon. Die Häuser haben sich jedes Jahr einen bis zwei Zentimeter abgesenkt", berichtet Dietmar Sonnweber. Sobald das Geld eintrifft, könne mit der Sanierung begonnen werden.

Sanierungsplan in drei Phasen
"Diese schaut so aus, dass zuerst Mörtel in den Boden gespritzt werden muss, damit der Müll im Untergrund verfestigt wird, sodass die Häuser nicht weiter absinken können", erläutert Thomas Girardi, Anwalt der betroffenen Häuslbauer. In der zweiten Phase werden die Häuser angehoben, in der dritten die zahlreich vorhandenen Riss-Schäden ausgebessert. "Die Ausschreibungen sind alle vorhanden, wir werden sobald wie möglich starten. Die Zeit drängt", meint Sonnweber.

"Die Bewohner hängen an ihren Heimen"
Ein Abbruch der von Rissen durchzogenen Häuser ist vorerst kein Thema: "Die Bewohner hängen an ihren Heimen, die sie selbst erbaut haben", sagt Anwalt Girardi. Sollte ein Statiker jedoch zum Schluss kommen, dass das notwendig sei, "dann kommt auch ein Neubau infrage", bekräftigt Sonnweber.

Für die Familien in den drei Häusern endet ein 18 Jahre langer Leidensweg. 1995 wurden die ersten Risse festgestellt. Rietz bemüht sich nun auch beim Land um finanzielle Unterstützung.

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