„Das Paradies war früher schöner“ erschien kürzlich unter dem Pseudonym Simon Ammer – jetzt ist klar, wer dahintersteckt.
Er hätte nicht gedacht, dass er so schnell enttarnt wird. Nicht etwa der Täter im Krimi – sondern der Autor selbst. „Ich hatte gehofft, dass ich das Pseudonym noch für mehrere Teile der Krimi-Reihe aufrechterhalten kann“, gesteht Daniel Wisser im „Krone“-Interview. Unter dem Namen Simon Ammer ist der mehrfach preisgekrönte Schriftsteller jetzt auch unter die Kriminalroman-Autoren gegangen. Als „zweites Standbein“ in seiner Karriere, wie Wisser erklärt.
Erstochener Starkoch im Hotel Paradies
Im kärntnerischen Millstatt ahnte man jedoch schnell, dass der Stammgast hinter dem Buch „Das Paradies war früher schöner“ stecken könnte. Genau hier hat er seinen ersten Fall angesiedelt – und sein Paradies ist ein Hotel, das gar nicht mehr so paradiesisch ist, als ein prominenter Starkoch erstochen in einem Zimmer aufgefunden wird. „Ich wollte einen Krimi schreiben, wie ich sie gerne lese. Wie Agatha Christies Bücher, in denen alle an einem Ort versammelt und alle verdächtig sind. Dafür eignet sich ein Hotel wunderbar.“
Sein Ermittler ist der selbst von einem Trauma gezeichnete eigenwillige Oberst Benedikt Kordesch, der extra aus Wien hinzugezogen wird. Am Millstätter See pflastern nicht nur Leichen seinen Weg, sondern auch Abgründe der Tourismusindustrie und der Kärntner Politik, Menschenhandel, Korruption, Oligarchen und die Probleme des zurzeit allgegenwärtigen Fachkräftemangels. Simon Ammer wäre eben nicht Daniel Wisser, wenn er nicht auch die sozialen Probleme unserer Gegenwart beleuchten würde. „So wie ein Ermittler, dessen Aufgabe es ja ist, das zu finden, was dahinter liegt“, so der Schriftsteller.
Menschliche Handwerkskunst statt KI
Sehen, was dahinter liegt, kann Daniel Wisser besonders gut. Und es ist auch diese nachdenkliche Ebene, die diesen packenden Pageturner ganz besonders macht. „In einer Zeit, in der es immer mehr KI-generierter Bücher gibt, sollte schon ein bisschen natürliche Intelligenz dahinterstecken“, schmunzelt er. „Und da schadet ein wenig menschliche Handwerkskunst natürlich nicht.“
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