Brände und Frost

Hunderte Tote an Neujahrsfeiertagen in Russland

Ausland
09.01.2013 15:46
Brände und extreme Kälte haben in Russland rund um den Jahreswechsel Hunderte Menschen das Leben gekostet. Knapp 500 Russen sind laut Zivilschutzministerium allein während der Neujahrsferien ums Leben gekommen. Die meisten davon sind bei Bränden gestorben, die häufig durch unkontrollierte Feuerstellen in unterkühlten Wohnungen ausgelöst wurden.

Am ersten Tag nach den Neujahrsferien zieht der russische Zivilschutz eine verheerende Bilanz: 448 Menschen sind in den vergangenen Tagen bei Bränden ums Leben gekommen. Weitere etwa 30 Menschen sind rund um Neujahr und das orthodoxe Weihnachtsfest am 7. Jänner erfroren. Im Vorjahr war die Zahl der Brandopfer rund um Neujahr laut Zivilschutzministerium bei 573 gelegen.

Winter fordert Tribut
Der Winter zeigt sich in Russland seit Wochen von seiner eisigen Seite, in weiten Teilen des Landes liegen die Temperaturen deutlich unter minus 30 Grad. Insgesamt sind im heurigen Winter bereits 170 Menschen in Russland erfroren. 3.000 Personen mussten wegen Erfrierungen und Unterkühlung behandelt werden, darunter mehr als 150 Kinder. Viele Menschen versuchen, sich am offenen Feuer zu wärmen, wodurch die Brandgefahr erheblich steigt. 

Dauerproblem Alkohol
Ein weiteres Problem in der russischen Gesellschaft, das sich insbesondere rund um die Neujahrsfeiertage Jahr für Jahr zuspitzt, ist der grassierende Alkoholismus. Laut Weltgesundheitsorganisation wird nirgendwo auf der Welt mehr Alkohol getrunken als in Russland. Alkoholmissbrauch ist verantwortlich für jeden fünften Todesfall unter Russlands Männern, bei Frauen liegt der Wert bei sechs Prozent. Angesichts der alarmierenden Zahlen hat die Regierung in Moskau mit 1. Jänner neue Beschränkungen für den Alkoholverkauf erlassen (siehe Infobox).

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