05.01.2013 09:49 |

"Hört zwei Stimmen"

Steirer nach Amok-Fahrt in Slowenien in Klinik gebracht

Jener 29-jährige Weststeirer, der am Donnerstag in Slowenien Amok gefahren war und drei Polizisten verletzt hatte, wurde am Freitag aus dem Spital in Jesenice entlassen und nach Graz in die Sigmund-Freud-Klinik überstellt. Der Mann ist psychisch krank - der Führerschein konnte ihm aber erst jetzt entzogen werden.

Der Vertreter der Österreichischen Botschaft und sein Gesprächspartner von der slowenischen Justiz hatten sich rasch geeinigt. Der aus Deutschlandsberg stammende Frühpensionist, der in der Nacht auf Donnerstag der Polizei über eine Strecke von 27 Kilometern eine wilde Verfolgungsjagd geliefert hatte, ist offenbar nicht zurechnungsfähig.

Mit seinem BMW war der Steirer in einen slowenischen Streifenwagen gekracht (Bild). Er hatte drei Uniformierte verletzt und zwei Diensthunde getötet. Das "Werk" einer gespaltenen Persönlichkeit.

"Er hört zwei Stimmen"
Nun befindet sich der 29-Jährige zum sechsten Mal in der Sigmund-Freud-Klinik. "Ich habe Angst gehabt, dass er eingesperrt wird", sagt ein Bekannter, der den Verfall des gelernten Elektrotechnikers miterleben musste: "Seit 2008 ist er krank, leidet unter Schizophrenie. Er hört zwei Stimmen - seine eigene und eine fremde."

Weil er in der Wohnung randaliert hatte oder planlos umhergeirrt war, wurde der 29-Jährige mehrere Male eingewiesen. Er steht in Behandlung, muss Medikamente nehmen. Das dürfte er vergessen haben, ehe er in Slowenien "wie ein Irrer" dahinraste. "Warum hat man ihm nicht schon längst den Führerschein abgenommen?", fragt sich ein Verwandter. Doch das ist nicht so leicht möglich.

Fahrtüchtigkeit nicht infrage gestellt
"Nur wenn psychische Probleme im direkten Zusammenhang mit dem Lenken eines Autos auftreten, muss etwas wegen des Führerscheins unternommen werden", erklärt Gerhard Lecker, Chef der Sicherheits- und Verwaltungspolizeilichen Abteilung der Landespolizeidirektion Steiermark. Wenn also jemand etwa daheim randaliert, stellt eine Einweisung in eine Klinik die Fahrtüchtigkeit nicht infrage.

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