200 Jahre lang wurden beim Galgen Birkachwald in Unterzeiring (Gemeinde Pölstal) Todesurteile vollstreckt. Nur die wenigsten der Schicksale, die hier endeten, sind bekannt. Mit einer groß angelegten Untersuchung gelangt man nun näher an die Lösung der Rätsel. Die „Krone“ kennt die ersten Erkenntnisse.
Ende Mai wurde ein Projekt fortgesetzt, das schon 2013 begonnen hatte: Die Erforschung der Richtstätte Birkachwald. Zwei markante Steinsäulen erinnern heute noch an die Hinrichtungen, die hier ab dem 16. Jahrhundert stattgefunden haben. Wer wurde hier geköpft, gehängt und anders qualvoll umgebracht? Das wollte das Team um Peter Koch und Gerfried Kaser von der Arbeitsgemeinschaft für Archäologie wissen.
Neben einigen Grabungsfunden, etwa zehn Skeletten, und Gerichtsakten aus dem Archiv der Familie Schwarzenberg gab es bis dato nicht viele Erkenntnisse. Eine bodenmagnetische Untersuchung der GeoSphere Austria Ende Mai forderte nun Neues zutage: „Wir gingen von ein paar Skeletten rund um die Säulen aus“, sagt Koch. „Wie es aussieht, erstreckt sich das Gebiet aber viel weiter.“
So gut wie auf dem gesamten Gebiet zeigten sich Metallteile. „Das können Gürtelschnallen, Schwerter, Hufnägel sein“, sagt Koch. „Nicht in allen Gruben müssen Skelette sein, aber man kann es auch nicht ausschließen.“
Die größte Überraschung war aber die Entdeckung einer Straße. Wie alt sie ist, müssen weitere Forschungen zeigen.
Finanzen für weitere Schritte müssen aufgestellt werden
Wie geht es nun weiter für das Team? „Wir müssen ein Konzept machen und die Finanzierung auf die Beine stellen“, sagt Peter Koch. „Grabungen gab es bis dato auf rund hundert Quadratmetern. 20.000 hätten wir aber noch.“ Und mit den Grabungen ist es nicht getan: Die Funde müssen von Gerichtsmedizin und Archäologie auch untersucht werden. Im Stift Admont hofft man, in Prozessakten zu eventuellen Hexenverbrennungen einsehen zu können.
Kurzum: Es wird noch Jahre dauern, bis die gruseligen Rätsel der Richtstätte gelöst sind. Einen Termin beim Land Steiermark, um weitere Pläne – etwa, wie man die Ergebnisse für Bevölkerung und Tourismus aufbereiten will – gibt es schon.
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