Mo, 23. Juli 2018

Panzer vs. Monster

19.12.2012 10:28

"Tank! Tank! Tank!": Ballerspektakel für die Wii U

Mit "Tank! Tank! Tank!" liefert Namco Bandai ein Action-Feuerwerk für die Wii U ab, das vor allem eine jüngere Zielgruppe ansprechen soll. Als Panzerfahrer nimmt man es allein oder im Koop-Modus mit Abscheulichkeiten auf, die am ehesten an die Monster aus alten Godzilla-Streifen erinnern. Rieseninsekten, dreiköpfige Robo-Drachen und mechanische King Kongs sind nur ein Auszug aus dem Monsterkabinett, das auf die Spieler losgelassen wird.

Das Action-Feuerwerk kommt in einer Comic-Optik daher, die ältere Spieler vermutlich irritieren wird, insgesamt aber gut zum Spiel passt. Als Spieler hat man im Singleplayer-Modus von "Tank! Tank! Tank!" eine denkbar simple Aufgabe: Entweder eine gewisse Anzahl an Gegnern aus dem Verkehr ziehen oder aber – und das kann sogar anspruchsvoll werden – riesengroße Boss-Monster innerhalb eines knappen Zeitlimits ausschalten.

Bessere Waffen liegen in den Levels herum
Um möglichst großen Schaden an den teils übergroßen Kontrahenten anzurichten, sammelt man die in den Levels verteilten Power-ups ein und beharkt die Gegner dann mit Miniguns, Raketenbatterien und Laserstrahlen. Dabei gestaltet sich die Steuerung anspruchslos: Mittels Analog-Stick oder Steuerkreuz wird gelenkt, ein weiterer Button dient zum Schießen. Das war’s. Gezielt wird automatisch. Erfahrene Actionspiele-Veteranen wird das langweilen und unterfordern, für die angepeilte Zielgruppe dürfte die simple Steuerung jedoch passen.

Witzig ist die Funktion, mittels Wii-U-Gamepad vor Spielbeginn ein Foto von sich zu knipsen und fortan die eigene Visage als Avatar zu benutzen. Besonders im Multiplayer macht das durchaus Laune – dazu später mehr. Weniger witzig ist das Fehlen einer echten Story. Tatsächlich hetzen einen die Einsatzleiter von Mission zu Mission, wobei letztlich jeder Einsatz völlig identisch abläuft und nur die zu erlegenden Monster variieren. Die werden in kleinen Zwischensequenzen vorgestellt, die Hintergrundinformationen zu den einzelnen Kontrahenten beschränken sich allerdings auf lapidare Aussagen wie "Ein Riesendrache wurde am Hafen gesichtet. Schalte ihn aus!".

Grafik in Ordnung, Soundtrack gewöhnungsbedürftig
Grafisch reißt "Tank! Tank! Tank!" dabei keine Bäume aus. Die Karten, auf denen die Kämpfe stattfinden, sind allesamt relativ klein und strotzen nicht unbedingt vor Details. Dafür sind die Lichteffekte der verschiedenen Waffen nett anzusehen und auch die Gegner sind mit Liebe zum Detail designt. Zumindest die Boss-Monster, die Rieseninsekten sind nichts weiter als Kanonenfutter und sehen auch dem entsprechend unspektakulär aus. Zum verwendeten Comic-Stil passt die Grafik, die ganze grafische Potenz der Wii U reizt der Titel nicht aus.

Dafür reizt der Soundtrack das Nervenkostüm des Spielers voll und ganz aus und dürfte zumindest die Ohren erwachsener Spieler bereits nach kurzer Spielzeit überdurchschnittlich strapazieren - Jüngeren könnte das Gedudel aber durchaus gefallen. Psychische Schmerzen bereitet Erwachsenen auch die sonstige Vertonung des Spiels. Gelegentlich stellt sich über Funk ein "Mach sie alle nieder!" oder ein gleichwertiger Spruch ein, sehr viel geistreichere Kommentare hat die Einsatzzentrale nicht auf Lager.

Möglichkeiten des Wii-U-Gamepads werden kaum ausgereizt
Das ist umso bedenklicher, da das Spiel sich ja eigentlich an die junge Zielgruppe richtet und diese allein durch die kunterbunten Levels, die schrägen Gegner und die Geräusche feuernder Panzer schon genug Adrenalin ausschütten dürften. Die Motivationsrufe über Funk tun ihr Übriges dazu, dass Kinder und Jugendliche nach dem Spielen von "Tank! Tank! Tank!" im besten Fall erst mal längere Zeit nicht ans Schlafen denken und im schlimmsten Fall längere Zeit völlig überdreht durch die elterliche Wohnung hüpfen.

"Tank! Tank! Tank!" ist derzeit exklusiv für die Wii U erhältlich und macht auch Gebrauch vom Tablet-Controller der neuen Nintendo-Konsole. Mit der eingebauten Kamera werden Fotos von den Spielern geknipst und ins Spiel übertragen, der zweite Bildschirm wird jedoch im Singleplayer kaum genutzt. Auf ihm erscheinen im Grunde genau die gleichen Bilder wie auf dem TV-Schirm, wodurch "Tank! Tank! Tank!" sich auch allein auf dem Tablet-Gamepad spielen lässt. Nützlich wird der zweite Bildschirm erst im Multiplayer: Im Koop-Modus nutzt ein Spieler das Gamepad, der andere steuert seinen Panzer mittels WiiMote auf dem TV-Gerät.

Multiplayer-Modus kann durchaus Spaß machen
Generell macht der Multiplayer-Modus von "Tank! Tank! Tank!" mehr Laune als der Singleplayer. Vier verschiedene Modi für bis zu fünf Spieler stehen zur Verfügung. Dabei handelt es sich großteils um Standardkost, etwa Deathmatch, Team-Deathmatch oder gemeinsame Kämpfe gegen die großen Boss-Monster. Ein Modus tanzt jedoch aus der Reihe: In "Der Kong bin ich" schlüpft ein Spieler in die Rolle eines riesenhaften mechanischen Affen und muss versuchen, seine panzerfahrenden Freunde zur Schnecke zu machen.

Der Kong-Spieler nutzt dabei das Gamepad, während die anderen Spieler am geteilten TV-Bildschirm Jagd auf ihn machen. Witzig: Der mechanische Riesenaffe wird mit dem Foto jenes Mitspielers versehen, der ihn steuert. Dieser Modus macht Laune und zeigt, wozu der zusätzliche Bildschirm des Wii-U-Gamepads genutzt werden kann. Bitte mehr davon – gerne auch in Erwachsen!

Fazit: "Tank! Tank! Tank!" soll die jungen Gamer ansprechen, spielerisch und in puncto Steuerung. Die kunterbunte Comic-Welt mit ihren Riesenmonstern, die nicht vorhandene Handlung und der eher nicht für die Ohren von Erwachsenen bestimmte Soundtrack sind nicht jedermanns Sache, werden aber möglicherweise bei der angepeilten Zielgruppe Anklang finden. Einzig der witzige Multiplayer-Modus lässt auch bei Erwachsenen mitunter Spaß aufkommen. Alles in allem ist "Tank! Tank! Tank!" durchschnittliches Geballer mit ein paar netten Ideen – nicht mehr und nicht weniger. Die Frage, ob ein Spiel, bei dem der Protagonist aus allen Rohren auf Fantasiewesen ballert und dabei noch mit Parolen wie "Mach sie alle nieder!" angefeuert wird, tatsächlich die richtige Freizeitbeschäftigung für Kinder ist, müssen Eltern allerdings für sich selbst beantworten.

Plattform: Wii U (getestet)
Publisher: Namco Bandai

krone.at-Wertung: 5/10

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