Auch das noch: Dem Euro droht eine neue Staatsschuldenkrise, ausgelöst durch Frankreich. Das wäre eine Neuauflage der griechischen Schuldenkrise, die den Euro 2010 an den Rand des Zusammenbruchs gebracht hatte. Frankreich ist wirtschaftlich allerdings 12-mal Griechenland.
Die Grande Nation hat schon jetzt einen Schuldenberg von 110 Prozent des BIP bzw. 5,5 Prozent des Budgets am Buckel. Deshalb hat die EU ein Defizitverfahren gegen Frankreich eingeleitet. Seit Macrons Wahldesaster steigt Risikozuschlag von französischen Staatspapieren, und es drohen Abwertungen durch die Ratingagenturen.
Milliarden-Wahlzuckerl
Frankreich müsste eigentlich einen radikalen Sparkurs einleiten, zu welchem schon Macron nicht bereit war. Jetzt versprechen die Wahlsieger milliardenteure Geschenke und die Öffnung aller Geldschleusen.
Man muss ernsthaft die Frage stellen, ob der Euro das aushalten kann, wenn die zweitgrößte Wirtschaftsmacht Europas den Bach hinuntergeht. Eine Rettungsaktion wie bei Griechenland kann Europa noch recht teuer kommen, falls sie überhaupt zu stemmen ist.
Die Rosskur aus Berlin hatte Griechenland geheilt. Das kann sich heute nicht einmal Deutschland mehr leisten, da es selbst in einer Wirtschaftskrise steckt.
Das nennt man Zeitenwende: Ausgerechnet das Land, das den Euro erfunden hatte, wirft seine eigenen Prinzipien über Bord. Was für ein Abstieg!
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.