Daniel Serafin, der Sohn von „Mr. Wunderbar“ Harald Serafin, mag große Gefühle. Muss so sein, sonst wäre er wohl kaum Intendant der größten Freiluftbühne Europas in der Oper im Steinbruch von St. Margarethen. Uns verriet der 42-jährige Junggeselle, was ihn bewegt und wer sein Blut in Wallung bringt.
„Krone“: Ab 10. Juli verwandelt sich die größte Freiluftbühne Europas ins alte Ägypten. Dann kann man im Steinbruch in die Zeit der Pharaonen und in die Welt der äthiopischen Prinzessin Aida eintauchen, die am ägyptischen Hof der Königstochter Amneris dient. Worum geht es in der gleichnamigen Oper genau?
Daniel Serafin: Amneris beabsichtigt den Offizier Radamès zu heiraten, doch er liebt Aida. Es ist eine geheime Liebe. Eine Liebe gegen Vernunft, Stand und Herkunft. Als Radamès dann zum Feldherrn gegen die angreifenden Äthiopier erkoren und Aida von ihrem Vater dazu angestiftet wird, die militärische Strategie des feindlichen Heeres auszukundschaften, kommt es zu Gewissens- und Loyalitätskonflikten. Letztlich können Aida und Radames nur im Tode vereint sein. Eine große Liebestragödie, aber viele Opern sind aus diesem melodramatischen Stoff. Wenn das Leben nur happy wäre, wäre es langweilig. Sonne und Mond, Ebbe und Flut, auf und ab: Es braucht immer Gegensätze für die Welle des Lebens. Wenn es eine Flatline ist, sind wir alle tot, weil keine Entwicklung möglich ist. Oper produziert die ganze Zeit Wellen der Emotion.
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