Fr, 14. Dezember 2018

Nur 300.000 Jahre alt

10.12.2012 12:32

Forscher entdecken neu entstehendes Sonnensystem

Ein internationales Team von Astronomen hat ein gerade entstehendes Sonnensystem entdeckt. Es handelt sich dabei um einen jungen Stern, der von einer sogenannten protoplanetaren Scheibe aus Staub und Gas umkreist wird. Zurzeit besitze der Stern erst rund ein Fünftel der Masse unserer Sonne, berichten die Forscher im Fachjournal "Nature".

Gefunden haben die Wissenschaftler das System, dem sie den Katalognamen L1527 IRS verpasst haben, in einem Sternentstehungsgebiet, das – 450 Lichtjahre von unserer Erde entfernt – im Sternbild Stier liegt. Laut ihren Angaben wurde noch nie zuvor ein Sonnensystem in einer derart frühen Phase der Entstehung beobachtet.

"Dieses sehr junge Objekt hat alles, was zur Entstehung eines Sonnensystems notwendig ist. In vielerlei Hinsicht schaut es so aus, wie wir glauben, dass einst auch unser Sonnensystem ausgesehen haben muss, als es noch sehr jung war", sagt John Tobin vom National Radio Astronomy Observatory (kurz: NRAO) in Charlottesville im US-Bundesstaat Virginia, das Radioteleskope an mehreren Standorten betreibt.

Das Zentralgestirn von L1527 IRS werde möglicherweise eines Tages in etwa die Masse unserer Sonne erreichen. Die protoplanetare Scheibe beinhaltet jedenfalls genügend Masse, um daraus bis zu sieben jupitergroße Planeten entstehen zu lassen, so die Forscher.

Nicht älter als 300.000 Jahre
Das Alter des Baby-Sonnensystems schätzen die Wissenschaftler auf nicht mehr als 300.000 Jahre (im Vergleich: unser eigenes Sonnensystem ist bereits 4,6 Milliarden Jahre alt). "Möglicherweise ist es sogar noch jünger. Das ist eine Frage der Geschwindigkeit, mit der der Stern seine Masse ansammelt", erläutert Tobin.

Als nächsten Schritt planen die Forscher, L1527 IRS mit dem ALMA-Teleskop (Bild 2) in Nordchile zu beobachten. Mit diesem hoffen die Astronomen, die Merkmale und Strukturen des entstehenden Sonnensystem noch genauer untersuchen zu können. "Von diesen Beobachtungen können wir lernen, wie sich solche Scheiben bilden, wie schnell junge Sonnen ihre schlussendliche Größe erlangen und wie sich ihre Planeten bilden", so Tobin.

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