Internationale Sorge

Nordkorea bereitet Raketentest vor – Japan rüstet sich

Ausland
03.12.2012 15:20
Trotz internationaler Warnungen treibt Nordkorea unter Machthaber Kim Jong Un (Bild) die Vorbereitungen für einen Raketentest voran. Der erste Teil einer dreistufigen Trägerrakete sei bereits aufgestellt worden, berichtete die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap am Montag. Pjöngjang will im Dezember einen Beobachtungssatelliten ins All schießen. Die USA, Südkorea und Japan sehen darin jedoch einen Test für eine Langstrecken-Atomrakete. Tokio bringt nun Patriot-Abwehrraketen in Stellung.

Wie Yonhap berichtete, habe Pjöngjang die Behörden jener Länder, "die potenziell gefährdet" seien, über den etwaigen Zeitpunkt der Aktion und den geplanten Weg der Rakete informiert. Demnach werde diese zwischen dem 10. und dem 22. Dezember vom Raumfahrtzentrum Sohae im Nordwesten des Landes aus Richtung Süden abgeschossen. "Gefährdet" seien laut dem kommunistischen Regime u.a. Südkorea, Japan, China und die Philippinen.

Die japanische Regierung wies am Montag die Armee an, sich auf den bevorstehenden nordkoreanischen Raketenstart, der gegen UN-Resolutionen verstoße, vorzubereiten. Danach entsandte Tokio ein Kriegsschiff von einer Marinebasis im Westen des Landes mit Patriot-Abwehrraketen in Richtung Süden, wie der staatliche Fernsehsender NHK meldete.

Tokio droht mit "Zerstörung" der Rakete
Das Kabinett bestätigte die Stationierung von PAC-3-Abfangraketen auf der Insel Okinawa. Die Lenkflugkörper sollen in wenigen Tagen auf der 1.600 Kilometer südlich von Tokio liegenden Insel eintreffen, berichtete NHK. Verteidigungsminister Satoshi Morimoto sagte am Montag in Richtung Pjöngjang, "wenn notwendig", werde Japan die nordkoreanische Rakete "zerstören".

Moskau fordert Pjöngjang zu Verzicht auf
Russland forderte Nordkorea eindringlich zum Verzicht auf ihre Pläne auf. Die Regierung in Pjöngjang müsse ihre Entscheidung für diesen Test dringend "überdenken" und sich an das Verbot solcher Tests durch den UN-Sicherheitsrat halten, erklärte das russische Außenministerium. Die Resolution 1874 war als Folge eines nordkoreanischen Atomwaffentests im Jahr 2009 verabschiedet worden und verbietet dem Land den Test von Langstreckenraketen.

Laut Beobachtern könnte der Raketenstart mit den Gedenkfeiern zum ersten Todestag des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong Il am 17. Dezember zusammenfallen. Es wäre der zweite größere derartige Test seit der Machtübernahme durch Kims noch nicht 30-jährigen Sohn Kim Jong Un. Der Start einer Rakete des Typs Unha-3 im April war fehlgeschlagen, da die Rakete kurz nach dem Start explodierte.

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