Mehr als 1000 Opfer

Illegale Pilgerfahrten bei Hadsch als Todesurteil

Ausland
23.06.2024 09:40

Nach dem Tod Hunderter Gläubiger bei der islamischen Pilgerfahrt Hadsch in Saudi-Arabien geht Ägypten gegen Tourismusunternehmen vor. Wegen der Vermittlung illegaler Pilgerfahrten ordnete Ministerpräsident Mustafa Madbuli an, dass 16 Unternehmen die Lizenz entzogen wird. Zudem seien deren Manager der Staatsanwaltschaft übergeben worden.

Mehr als 1000 Menschen haben den in dieser Woche zu Ende gegangenen Hadsch unter der sengenden Hitze Saudi-Arabiens nicht überlebt. 658 der Verstorbenen stammen aus Ägypten, 630 davon waren nicht offiziell registriert.

Viele ohne offizielle Pilgerlizenz
Die Pilgerfahrt soll von jedem gesunden Muslim, der es sich leisten kann, mindestens einmal im Leben unternommen werden. Viele Gläubige nehmen aus finanziellen Gründen ohne die offizielle Pilgerlizenz am Hadsch teil und wurden daher nicht von den saudi-arabischen Behörden registriert.

Im Vorfeld des Hadsch hatten die saudi-arabischen Behörden nach eigenen Angaben Hunderttausende unregistrierte Pilger aus Mekka vertrieben – von denen offenbar jedoch viele trotzdem am Hadsch teilnahmen, der am 14. Juni begonnen hatte.

Temperaturen bis zu 51 Grad
Diese nicht registrierten Pilger waren den Temperaturen von teilweise über 51 Grad besonders stark ausgesetzt. Ohne Lizenz hatten sie keinen Zutritt zu gekühlten Räumen, die von den Behörden für die 1,8 Millionen zugelassenen Pilger eingerichtet worden waren, um sich von den stundenlangen Fußmärschen und Gebeten unter freiem Himmel zu erholen.

In Tunesien wurde am Freitag nach dem Tod von 49 tunesischen Pilgern der Religionsminister entlassen.

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