"Wonderbook"

Pauken in Hogwarts mit Sonys “Buch der Zaubersprüche”

Spiele
27.11.2012 15:47
Auch ein Harry Potter hat einmal klein angefangen. Als angehender Zauberschüler von Hogwarts heißt es daher in Sonys "Wonderbook: Das Buch der Zaubersprüche" zunächst einmal, die Schulbank zu drücken und büffeln, büffeln, büffeln. Hogwarts-Eleven benötigen dafür Miranda Habichts Magie-Wälzer, also ab in die Bibliothek, den Staub vom Buchdeckel gewischt und los geht's – bis zum Ende des Semesters wollen schließlich 20 Zaubersprüche gelernt sein.

Als weltlicher Magieaspirant hat man zunächst jedoch andere Sorgen: Es braucht Platz im Wohnzimmer, Sonys EyeCam, einen Move-Controller und natürlich das "Buch der Zaubersprüche", um in die Welt von Hogwarts einzutauchen. In der Realität wirkt die Lektüre allerdings weniger magisch als erhofft: Statt eines dicken, alten und in Leder gefassten Folianten erwartet Zauberlehrlinge ein mageres Papp-Büchlein mit kryptischen Zeichen.

Zu lesen gibt es in dem Buch zunächst ebenfalls nichts, doch die Magie beginnt, sobald man es vor Sonys EyeCam-Kamera aufschlägt und die Zeichen plötzlich auf dem Fernsehbildschirm zum Leben erwachen. Das Zauberwort heißt in diesem Fall nicht Abrakadabra, sondern "Augmented Reality", also die Erweiterung der Realität mittels virtueller Einblendungen, wie es Sony zuletzt etwa in seinem Spiel "EyePet" demonstrierte.

Zumindest auf der Mattscheibe wirkt das "Wonderbook" fortan wie ein echtes Zauberbuch aus dem Potter-Universum: Alt, dick, verstaubt und mit lebendig wirkenden Seiten. Auch der Move-Controller hat sich verwandelt und erscheint in Form eines Zauberstabs, der Funken sprüht, Buchstaben in die Luft malt und noch allerlei andere Sachen zu leisten vermag. Vorausgesetzt, man lernt auch fleißig.

Neuer Lesestoff von J.K. Rowling
Zu lesen gibt es nun ebenfalls reichlich: Die zahlreichen Hintergrundgeschichten zu Zauberern und ihren teils tragikomischen Werdegängen stammen aus der Feder von "Harry Potter"-Erfolgsautorin J.K. Rowling höchstpersönlich und stellen für Fans der Potter'schen Romanwelt wohl alleine schon einen Kaufanreiz dar. Die liebevoll erzählten Anekdoten werden jedoch nicht einfach vorgetragen, sondern sind in interaktive Szenen verpackt, deren Fort- und Ausgang der Spieler mittels Zauberstab bestimmt, indem er das richtige Satzende wählt.

"Und jetzt alle schön nachsprechen: Wingardium Leviosa!"
Wer es allerdings gar nicht mehr aushält, kann die Erzählungen auch überspringen und sich auf direktem Wege dem Wesentlichen zuwenden: dem Zaubern bzw. dem Erlernen desselben. In jedem Kapitel warten vier von insgesamt 20 Zaubersprüchen darauf, gelernt und unter Beweis gestellt zu werden – zunächst einzeln in einem kurzen Test, anschließend kombiniert in einer benoteten Abschlussprüfung. Den Auftakt machen Klassiker wie der Schwebezauber Wingardium Leviosa oder die Lichtformel Lumos.

Ist der Zauber erst korrekt aufgesagt, was mittels des in der Kamera integrierten Mikrofons überprüft wird, gilt es, die dazugehörige Move-Geste zu erlernen, ehe es in kurzen Mini-Games zum praktischen Teil übergeht. Hier müssen mittels Schwebezauber beispielsweise übel gelaunte und laut kreischende Alraunen umgetopft werden, stachelige Ranken per "Lumos" in ihre Schranken gewiesen oder ein paar Schlösser mittels Zauberspruch geöffnet werden, wobei die Herausforderung in erster Linie darin besteht, sich die entsprechende Geste für den jeweiligen Zauber zu merken und mit der teils fummeligen Steuerung zurechtzukommen.

Wohnzimmer wird zur Zauberwelt
Besonders schön zu sehen ist, wie das eigene Wohnzimmer und die virtuelle Zauberwelt auf dem Fernsehbildschirm verschmelzen. Die Illusion ist spätestens dann perfekt, wenn Objekte wie Pflanzen oder sonderbares Getier aus und unter dem Sofakissen hervorzukommen scheinen. Getrübt wird der Spaß jedoch zum einen durch die an sich recht magere Auflösung der EyeCam, die das eigene Konterfei inmitten der hochauflösenden Grafiken stets grobpixelig erscheinen lässt, zum anderen durch den sehr niedrig angesetzten Schwierigkeitsgrad. Oder anders ausgedrückt: "Das Buch der Zaubersprüche" ist ein Spiel für Kinder.

Nicht frei von Macken
Viel schwerer wiegen aber diverse technische Macken. Insbesondere bei der Erkennung der im Wonderbook abgedruckten QR-Codes durch die Kamera kommt es immer wieder zu Aussetzern. Die simple Aufgabe, eine Funktion auszuwählen, kann so schnell zur Herausforderung werden. Auch ein vorschnelles Umblättern im Buch bringt das Spiel mitunter aus dem Konzept. Geht man davon aus, dass vor allem jüngere Spieler mit dem Buch hantieren dürften, sind Probleme demnach vorprogrammiert.

Fazit: Sonys "Wonderbook: Das Buch der Zaubersprüche" ist ein interaktiver, liebevoll in Szene gesetzter und pädagogisch wertvoller Spiel- und Lesespaß, der es jüngeren Gamern ermöglicht, in die faszinierende Fantasy-Welt von J.K. Rowling einzutauchen. Für ältere Fans und Gamer dürfte sich der Spaß aufgrund des zu geringen Schwierigkeitsgrades, diverser technischer Macken und der überschaubaren Ansammlung kurzweiliger Mini-Games in Grenzen halten.

Plattform: PS3
Publisher: Sony
krone.at-Wertung: 7/10

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Spiele
27.11.2012 15:47
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs

Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.

Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.

Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.

KMM
krone.at
krone.at
Top 3
Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung