Britische Studie:

Elektroautos für Fußgänger größere Gefahr

Motor
22.05.2024 11:53
Porträt von krone.at
Von krone.at

Elektroautos können einer britischen Studie zufolge ein größeres Unfallrisiko für Fußgänger darstellen als Autos mit einem Verbrennermotor. Der Auswertung von älteren Daten aus Großbritannien zufolge ist die Unfallwahrscheinlichkeit doppelt so hoch wie bei Benzin- bzw. Dieselfahrzeugen.

Vor allem in Städten seien sie wegen der Umgebungsgeräusche weniger gut zu hören, erläutert das Forschungsteam im „Journal of Epidemiology & Community Health“. Fahrer von Elektro- oder Hybrid-Autos sollten verstärkt auf Fußgänger achten, da diese sie möglicherweise nicht hören und auf die Straße treten könnten, so die Wissenschaftler. Zudem müsse daran gearbeitet werden, das erhöhte Risiko zu entschärfen. Zu den möglichen technischen Lösungen zählten Systeme zur Kollisionsvermeidung und autonomen Notbremsung.

Das Team betont auch, dass die Ergebnisse Menschen nicht davon abhalten sollten, zu Fuß zu gehen oder Rad zu fahren. Die Daten sollen vielmehr dafür genutzt werden, potenzielle Risiken im Straßenverkehr besser zu verstehen und etwas dagegen zu tun.

Daten aus den Jahren 2013 bis 2017 waren Grundlage
Die Forschenden um Phil Edwards von der London School of Hygiene & Tropical Medicine hatten das Unfallrisiko in Großbritannien anhand von Daten aus den Jahren 2013 bis 2017 untersucht. Von etwa 96.000 Fußgängern, die von einem Auto oder Taxi angefahren worden seien, sei es bei etwa drei Viertel ein Fahrzeug mit Diesel- oder Benzinmotor gewesen (knapp 72.000) und bei zwei Prozent (etwa 1700) ein E-Auto oder Hybridauto. Bei etwa einem Viertel wurden keine Angaben gemacht.

Die Forscher setzten diese Zahlen ins Verhältnis zur Strecke, die mit der jeweiligen Fahrzeugart zurückgelegt wurde und berechneten die Unfallrate für Fußgänger pro 100 Millionen Meilen (etwa 160 Millionen Kilometer). Der jährliche Durchschnitt sei bei Elektro- und Hybridfahrzeugen (5,16) doppelt so hoch gelegen wie bei Benzinern und Dieseln (2,40). Der Großteil der Unfälle ereigne sich dabei in Ballungsgebieten. 

Ergebnis mit Vorsicht zu genießen
Die Forschenden gaben aber zu bedenken, dass in der Auswertung Daten über das Jahr 2017 hinaus fehlen und dass es eine Verzerrung dadurch geben könnte, dass jüngere, weniger erfahrene Fahrer häufiger ein Elektroauto besäßen – jüngere Fahrer seien generell eher in Verkehrsunfälle verwickelt. Auch Faktoren wie Unterschiede im Gewicht oder der Beschleunigung der Fahrzeuge könnten eine Rolle spielen.

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