„Gibt mir Hoffnung“

Befreite Geisel rief Israelis zu Demonstration auf

Ausland
15.06.2024 22:22

Eine Woche nach der Befreiung hat die ehemalige Hamas-Geisel Andrey Kozlov zu einer Demonstration in Israel aufgerufen. „Ich bin wieder zu Hause, aber viele Geiseln sind noch immer im Gazastreifen“, sagte er am Freitag. Tatsächlich gingen am Samstag wieder tausende Menschen gegen Regierungschef Benjamin Netanyahu auf die Straße.

Sie forderten in Tel Aviv Neuwahlen, stärkere Anstrengungen für die Freilassung der Geiseln und ein Ende des Militäreinsatzes im Gazastreifen. In der Küstenmetropole gehen samstags regelmäßig zahlreiche Menschen auf die Straße, deren Proteste sich häufig auch gegen die Regierung von Ministerpräsident Benjamin Netanyahu richten. Diese unternehme aus Sicht der Geisel-Angehörigen nicht genug dafür, um die Entführten zu befreien und nach Hause zu holen. 

Demonstration für die Freilassung der Hamas-Geiseln (Bild: AFP/Jack Guez)
Demonstration für die Freilassung der Hamas-Geiseln

Hoher Preis für Rettung
Vergangene Woche hatten israelische Streitkräfte bei einem großangelegten Militäreinsatz vier Geiseln gerettet (siehe Video oben). Dabei kamen laut Hamas-Angaben, die nicht unabhängig überprüft werden konnten, 274 Palästinenserinnen und Palästinenser ums Leben. Hunderte weitere sollen verletzt worden sein. Kozlov und die weiteren Geiseln berichteten von einem monatelangen Martyrium in der Gewalt ihrer Entführer, die sie körperlich und psychisch misshandelt sowie gefoltert haben sollen.

Samstags gehen in Israel regelmäßig Menschen gegen die Regierung auf die Straße. (Bild: AFP/Jack Guez)
Samstags gehen in Israel regelmäßig Menschen gegen die Regierung auf die Straße.
Ein linker Aktivist bei einer Installation am 15. Juni (Bild: AFP/Jack Guez)
Ein linker Aktivist bei einer Installation am 15. Juni
Auch Israels Oppositionsführer Yair Lapid nahm an dem Protest teil. (Bild: AFP/Jack Guez)
Auch Israels Oppositionsführer Yair Lapid nahm an dem Protest teil.

Beim Überfall der Hamas und anderer extremistischer Gruppen auf Israel am 7. Oktober waren mehr als 250 Menschen in das abgeschottete Küstengebiet verschleppt worden. Ungefähr 120 Geiseln werden noch dort vermutet, wobei viele von ihnen nicht mehr am Leben sein dürften.

„Ich habe an den Samstagen oft die Demonstrationen gesehen, und sie haben mir viel Hoffnung gegeben. Ich bitte euch, an diesem Samstag wieder auf die Straße zu gehen und die Geiseln und ihre Familien zu unterstützen“, sagte die ehemalige Geisel Kozlov jetzt.

Demonstration überschattet
Die Demonstration an diesem Samstag wurde von der Nachricht überschattet, dass acht israelische Streitkräfte im Gazastreifen getötet wurden. Das gepanzerte Fahrzeug, in dem sie unterwegs waren, sei explodiert, teilte die israelische Armee mit. Seit dem Einmarsch der Bodentruppen kamen laut offiziellen Angaben 306 Soldatinnen und Soldaten ums Leben. Acht ist die bisher höchste Zahl an einem einzigen Tag.

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