So, 21. Oktober 2018

Gelungene Klickorgie

08.10.2012 12:12

Viel Spielspaß für kleines Geld: "Torchlight II"

Klicken bis zum Umfallen, Beute ohne Ende, ständige Level-Ups und ein Effektfeuerwerk, dass auf dem Bildschirm oft kaum noch etwas zu erkennen ist - "Torchlight II" bietet jede Menge Spielspaß für Action-Rollenspiel-Fans. Einzig an der Geschichte hapert es, wie schon aus dem Vorgänger bekannt. Dafür kann das Game, das von einigen der "Diablo"-Macher entwickelt wurde, mit Vorteilen wie Offline-Gameplay und LAN-Modus aufwarten. Ebenfalls erfreulich für Spieler: "Torchlight II", derzeit nur als Download erhältlich, ist für nur 20 Euro zu haben.

Wer den Vorgänger nicht gespielt hat, muss keine Angst haben, nicht mitzukommen – die Geschichte war ohnehin quasi inexistent. Für "Torchlight II" hatte Entwickler Max Schaefer – mit Bruder Erich maßgeblich an "Diablo" und "Diablo II" beteiligt – zwar eine bessere Story versprochen (siehe Infobox), einen hohen Stellenwert hat sie allerdings immer noch nicht. Zwar sind viele Figuren vertont, doch wirklich zu fesseln weiß die Story nicht. Warum man gerade wohin unterwegs ist und welchen Bossgegner man ins Visier nimmt, spielt eigentlich keine Rolle. Auch die Quests sind belanglos – auch wenn einige witzige Figuren und Sprüche beinhalten.

Dass das alles in "Torchlight II" nicht weiter stört, liegt in der Natur des Spiels: Laut der Entwickler von Runic Games ist die Story Nebensache – das Hauptaugenmerk liegt schließlich auf dem Gameplay. Und das ist gelungen! Wie gewohnt, klickt man sich durch Gegnermassen und setzt dabei verschiedene Skills ein. Vier neue Klassen stehen in "Torchlight II" zur Auswahl, sie alle verfügen über ganz spezielle Talente und grenzen sich deutlich voneinander ab.

Der Outlander etwa setzt auf Pistolen und Gewehre, während der Berserker mit schnellen Attacken und Naturmagie auszieht. Der Engineer dagegen macht Gegnern mit schweren Nahkampfattacken den Garaus, während der Embermage mit Eis-, Feuer- und Blitzmagie lieber aus der Ferne angreift.

Klassisches Attribute- und Talentesystem
Worauf der Spieler setzt, bleibt ihm überlassen. Nach jedem Levelaufstieg – auch auf hohen Levels ist das gefühlt alle paar Minuten der Fall – verteilt der Spieler klassisch vier Punkte auf vier Basisattribute. Je nach Klasse, sorgt man so zum Beispiel für mehr Stärke, um den Waffenschaden zu erhöhen, oder mehr Fokus für höheren Mana-Vorrat und Zauberschaden. Daneben gilt es, aktive und passive Talente auszuwählen, Letztere kommen des Öfteren der ganzen Gruppe zugute. Je höher der Level, desto mächtigere Skills stehen zur Auswahl, jeder von ihnen kann zudem über Ränge weiter ausgebaut werden. Ob der Spieler sich also etwa auf Feuermagie beschränkt und dafür wenige Talente hochlevelt oder auf eine größere Vielfalt inklusive Eis- und Blitzzaubern setzt, bleibt ihm überlassen.

Und täglich grüßt die Feuersäule...
Das Talentesystem hat allerdings auch Schwächen: Nicht ausgebaute Skills können mit höherrangigen nicht mithalten – man baut also im Lauf des Spiels eher die bereits vorhandenen aus, als neue auszuprobieren und mit ihnen von vorn anzufangen. Sie sind anfangs schlicht zu schwach. So kristallisieren sich zwar persönliche Lieblinge und eine bevorzugte Spielweise heraus, allerdings wird es ab etwa zwei Dritteln des Games ein wenig langweilig, die immergleichen Talente einzusetzen. Zudem lassen sich nur die letzten drei vergebenen Skillpunkte zurücksetzen, alle Talentpunkte neu zu verteilen und somit eine andere Spielweise zu finden, ist nicht möglich.

Spannende, vollgepackte Welt
Doch zurück zu den Sonnenseiten von "Torchlight II", und zwar im wahrsten Sinn des Wortes. Schließlich führt das Game endlich hinaus in die weite Welt – anders als der Vorgänger, in dem man lediglich in Dungeons unterwegs war. Und diese Welt ist Runic wunderbar gelungen: Die Levels sind detailreich gestaltet und schön anzusehen, egal ob Sumpfgebiet mit Trollen, Wald voller Werwölfe oder Wüste mit lang gestrandeten Schiffen und untoten Piraten. Als i-Tüpfelchen dienen Tag- und Nachtwechsel und verschiedene Wettereffekte. Die Erkundung macht auch beim mehrmaligen Durchspielen Spaß – zum Beispiel dank diverser Zufallevents und Geheimgänge, wo nach einfachen Rätseln prall gefüllte Schatztruhen warten. Eine goldene Variante davon gilt es in den Levels ebenfalls zu finden. Die Suche nach dem passenden Schlüssel dazu ist eine nette Nebenbeschäftigung im Spiel.

Gegenstände ohne Ende - plus Juwelen und Verzauberung
Loot gibt es aber auch abseits von den reichlich in der Welt verteilten Schatztruhen eine Menge: Ständig wird der Spieler mit Rüstungen, Waffen, Ringen, Amuletten und auch Zauberspruchrollen, mit denen man auch sein Pet ausrüsten kann, bombardiert. Wem das noch nicht genug ist, der kann viele Gegenstände außerdem mit verschiedensten Juwelen unterschiedlicher Stärke aufbessern. Die Juwelen können im Dorf zu höherstufigen verbunden, aus gesockelten Items ausgebaut oder entfernt werden – je nachdem, geht allerdings das Trägeritem oder der Juwel verloren. Angesichts der schieren Masse an Gegenständen ist das allerdings kaum je ein Problem. Wer mag, kann seine Items außerdem im Dorf verzaubern und so mit Boni belegen lassen.

Der beste Freund des Menschen
Bei der Bewältigung der Flut an Items hilft das Haustier, das immer an der Seite des Spielers ist. Es kämpft mit, kann vier Zaubersprüche einsetzen, ebenfalls rudimentär ausgerüstet und mit Fischen kurzzeitig in ein stärkeres Wesen verwandelt werden. Vor allem aber können Gegenstände aus dem Inventar des Helden, wie schon im Vorgänger, per Shift und Klick ganz einfach in jenes des Haustiers verfrachtet werden. Ist das voll, schickt man Hund, Katze, Frettchen, Adler und Co. allein ins Dorf, um das überflüssige Loot zu verkaufen und Basisgegenstände wie Heil- oder Manatränke mitzunehmen. Das ständige Hin- und Herteleportieren, das zwar per Spruchrolle ganz einfach möglich ist, wird dadurch unnötig, was dem Spielfluss sehr zugute kommt.

Spaßige Kämpfe - Effektgewitter ohne Gleichen
So bleibt mehr Zeit, ungestört die unzähligen verschiedenen Monster zu verkloppen - ein Heidenspaß. Viele Gegner haben mehrere Attacken, herausfordernd wird das Spiel dennoch selbst auf dem dritten von vier Schwierigkeitsstufen erst im letzten Drittel. Mehr Würze bringen zahlreiche Champions und Mini-Bosse. Wer sie plattmacht, erhält außerdem Ruhmespunkte, für die es im Spielverlauf zusätzliche Talentpunkte gibt. In den Kämpfen entlädt sich ein wahres Effektgewitter, besonders Embermages und ihre Mitstreiter tun sich ob Flammensäulen, Explosionen, Eisregen und Kettenblitzen schon mal schwer, noch irgendetwas auf dem Bildschirm zu erkennen.

Gemeinsam Schnetzeln
Die polygonarme, comichafte Optik - wie schon im Vorgänger ist die Grafik Geschmackssache - hilft auch nicht gerade, den Überblick zu behalten... Unübersichtlich wird's vor allem im Multiplayer-Modus: Bis zu sechs Gamer können gleichzeitig losziehen, ab drei Charakteren herrscht auf dem Bildschirm aber Chaos. Spaß macht das gemeinsame Spiel natürlich trotzdem, schließlich werden damit auch die Gegner stärker. Außerdem erhält jeder sein eigenes Loot, man muss sich mit seinen Mitstreitern also dankenswerterweise nicht um Gegenstände prügeln, kann aber jederzeit mit den anderen tauschen.

Online, per LAN oder offline spielen
Mitspieler für die Multiplayer-Partie lassen sich entweder im Netz finden, wer möchte, kann aber auch ganz ohne Internetanbindung per LAN-Modus gegen Freunde antreten. Ebenfalls ohne Netz ist der Solo-Modus spielbar - dafür gebührt Runic großes Lob in Zeiten nervigen Kopierschutzes und Online-Zwangs.

Editor für alle
Sehr gut gelungen ist übrigens, wie auch schon im Vorgänger, die Musikuntermalung. Erneut stammt der Soundtrack von Mall Uelmen, der schon für die Klänge in "Diablo" Teil eins und zwei sorgte. Und noch ein Lob: Runic hat versprochen, in Kürze einen Editor nachzureichen, sodass "Torchlight II"-Fans ohne Beschränkung Mods erstellen und das Spiel ihren Vorlieben anpassen können.

Hinweis: Das Spiel ist derzeit nur als Download in englischer Version erhältlich, eine deutsche Box-Version soll folgen. Wer bei Runic Games oder Perfect World direkt kauft, erhält das Spiel ohne Kopierschutz (wie die Steam-Aktivierung).

Plattform: PC
Publisher: Daedalic
krone.at-
Wertung: 9/10

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