Der Name der Website ist an den Internetausdruck "tl;dr" (too long; didn't read) angelehnt, der - oftmals mit Augenzwinkern - anzeigt, dass ein Text für zu lang befunden und nicht gelesen wurde. Bei AGB ist das wegen der möglichen negativen Auswirkungen auf den Nutzer allerdings gar nicht lustig.
Schließlich rechneten Firmen damit, dass Internetuser lange Textblöcke ignorieren, so Hugo Roy, der Macher der Website "Terms of Service; Didn't Read". "Ich habe die AGB gelesen und akzeptiere sie" sei "die größte Lüge im Internet", so das Motto der Seite.
Website schafft Klarheit im AGB-Dschungel
Um für mehr Klarheit zu sorgen, hat Roy "Terms of Service; Didn't Read" ins Leben gerufen. Hunderte Menschen durchsuchen für die Website AGB bekannter Online-Unternehmen, fassen sie zusammen und stellen die Pro- und Kontra-Punkte kurz und prägnant online. Anschließend gibt es Noten vom sehr guten A bis zum sehr schlechten E - bei zahlreichen Unternehmen fehlen diese allerdings noch, da die AGB noch nicht gänzlich durchgeackert werden konnten.
Facebook
Ein solcher Fall ist das beliebteste Netzwerk der Welt: Facebook. Schon jetzt sind aber einige Plus- und Minuspunkte klar: Facebook räumt sich und Partnerunternehmen etwa großzügige Rechte an den Inhalten seiner Nutzer ein und gibt Userdaten automatisch an viele Services weiter. Positiv sei jedoch, dass man vor AGB-Änderungen Feedback abgeben könne.
Twitter
Twitter verleiht sich ebenfalls viele Rechte an den Inhalten der Nutzer und behält auch nach dem Löschen eines Zugangs die Rechte daran. Überdies gerügt wird, dass User kaum auf AGB-Änderungen reagieren können. Positiv steht dem gegenüber, dass Tracking-Daten nach zehn Tagen gelöscht werden und Nutzer sich davon auf Wunsch ganz ausnehmen können. Für Transparenz sorgt, dass alte AGB in einem Archiv nachgelesen werden können und Nutzer darüber informiert werden, wenn Twitter ihre Daten - etwa an die Polizei - weitergeben muss.
Google
Google erhält eine recht positive Bewertung - auch wenn sich das Unternehmen das Recht vorbehält, Nutzerinhalte in allen derzeitigen und zukünftigen Services zu verwenden. Dafür informiert der Konzern über Datenweitergaben, hilft bei der Kontrolle und Sicherheit von Nutzerdaten, gibt Usern 14 Tage Zeit, sich für oder gegen neue AGB zu entscheiden, und zeigt die alten Nutzungsbedingungen zum Teil in einem Archiv.
Steam
Auch Valves Spieledownload-Plattform Steam wurde untersucht. Diese behält sich demnach das Recht vor, einen Account jederzeit zu schließen. Nutzer werden zudem über Datenweitergaben an Behörden nicht informiert, können ihren Account nicht löschen und persönliche Informationen auch nicht nur bestimmten Personen zugänglich machen. Immerhin gibt es keinen Klarnamenzwang und persönliche Informationen werden auch nicht zu Marketingzwecken mit Dritten geteilt.










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