"Enttäuschend"

Zuckerberg äußert sich erstmals zu Börsengang

Wirtschaft
12.09.2012 11:29
Facebook-Gründer Mark Zuckerberg hat sich erstmals seit dem Start am 18. Mai zum Börsengang seines sozialen Netzwerks geäußert. Das Kursverhalten der Aktie sei "offensichtlich enttäuschend" gewesen, räumte der 28-Jährige am Dienstag in einem Interview bei der Technologiekonferenz TechCrunch Disrupt in San Francisco ein. Die Facebook-Aktie hat seither gut die Hälfte ihres Wertes verloren.

Ob der Einbruch der Aktie auf die Moral im Unternehmen drücke, wollte TechCrunch-Gründer Michael Arrington wissen, der das Interview auf der Bühne führte. "Klar ist das nicht gerade hilfreich", räumte Zuckerberg ein. "Vielleicht gehen einige Leute." 

Er persönlich halte es aber für eine großartige Zeit, um zum Unternehmen zu stoßen. Facebook arbeite an zahlreichen langfristigen Projekten, über die er aber nicht reden könne. "In zehn bis 20 Jahren sollte das Vermächtnis dieses Unternehmens sein, dass wir jeden in der Welt vernetzt haben."

In den "nächsten drei bis fünf Jahren" werde jedoch die zentrale Frage sein, wie gut sich Facebook im mobilen Bereich schlage. "Davon hängt die Entwicklung des Unternehmens ab", sagte Zuckerberg und kündigte an, sein Netzwerk künftig stärker auf mobile Geräte wie Smartphones und Tablets ausrichten zu wollen.

"Das ist die Zukunft", sagte Zuckerberg. Mit den mobilen Geräten werde das Unternehmen mehr Geld verdienen als mit herkömmlichen PCs. Erst im August hatte das Netzwerk seine viel kritisierte iPhone-App erneuert, derzeit wird an einer neuen Android-App gearbeitet. Ein genaues Datum, wann sie fertig ist, nannte der Firmenchef nicht.

Abfuhr für Facebook-Smartphone
Eine klare Absage erteilte der 28-Jährige hingegen dem Bau eines eigenen Smartphones. Facebook habe nicht die Absicht, ein solches auf den Markt zu bringen. Dies mache "keinen Sinn" und wäre die "total falsche Strategie" für sein Unternehmen.

"Lasst uns mal annehmen, wir würden ein Telefon bauen, rein hypothetisch. Wir würden vielleicht zehn oder 20 Millionen Leute erreichen", sagte Zuckerberg. Facebook wolle jedoch auf jedem Smartphone vertreten sein.

Eigene Suche in Planung
Dafür räumte Zuckerberg ein, an einer eigenen Suche zu arbeiten. Facebook verzeichne schließlich schon jetzt täglich eine Milliarde Suchanfragen, ohne dass sich das Netzwerk in diesem Bereich große Mühe geben würde. Ziel der Facebook-Suche solle es sein, bestimmte Antworten auf bestimmte Fragen zu finden und nicht "massenhaft unterschiedliche Auswahlmöglichkeiten". Einen möglichen Starttermin für die Suche nannte Zuckerberg jedoch nicht.

Nach den Erklärungen des Facebook-Chefs und -Gründers stieg die Aktie nachbörslich um drei Prozent auf gut 20 Dollar. Das ist allerdings immer noch weit von den 38 Dollar entfernt, die das Papier beim Börsengang im Mai kostete.

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