Hilfe für die Jungen

Schulsozialarbeit: Land OÖ stockt das Personal auf

Oberösterreich
03.04.2024 11:13

Das Land Oberösterreich investiert 710.000 Euro in zehn neue Stellen in der Schulsozialarbeit (SuSA). Derzeit sind 74 Schulsozialarbeiter an rund 250 Pflichtschulen im Land tätig. Im vorigen Schuljahr führten sie 3500 Beratungen durch – der Bedarf ist aber stark steigend! 

„Die Sorgen und Probleme der jungen Menschen sind mehr geworden und haben unterschiedliche Graduierungen bekommen“, sagt die zuständige LH-Stellvertreterin Christine Haberlander (ÖVP). Die Expertinnen und Experten würden sich mit den Kindern auseinandersetzen, aber auch deren familiäres Umfeld im Blick haben. 2024 wurde mit der Aufstockung der Posten begonnen, etliche seien noch beim Amt der Landesregierung ausgeschrieben, ermutigten Haberlander und Schlöglmann Fachkräfte, sich zu bewerben.

„SuSA ist eine wesentliche Säule bei jungen Menschen, alles ist kostenlos und vertraulich“, ergänzt Theresia Schlöglmann, Leiterin der Abteilung Kinder- und Jugendhilfe beim Land OÖ – freilich bis es zu Gefährdungssituationen komme. Mit den neuen Vollzeitäquivalenten könne man 50 Volks- und Mittelschulen mehr – also 300 der 800 Pflichtschulen im Land – betreuen. „Grundsätzlich gibt es an jeder Schule einen SuSA-Postkasten“, erklärt Johanna Gruber, Fachteamleiterin in Vöcklabruck. Dort können die Kinder Zettel oder Briefe mit ihren Problemen deponieren, dann kommt die Sozialarbeiterin auf das Kind zu. „SuSA begleitet die Familien und sieht vor allem auch die kleinen Erfolge“, erläutert Gruber. Die Hemmschwelle, Hilfe zu suchen, werde bewusst gering, die Wartezeit auf ein Gespräch so kurz wie möglich gehalten, auch durch Termine am Nachmittag, per social media.

„Wir können hier präventiv frühzeitig ansetzen, um die Familien zu erreichen“, so Schlöglmann. Die Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter seien an den Schulstandorten erreichbar und ansprechbar – für die Lehrenden, Eltern und Kinder, nicht nur im Zentralraum, denn man habe gemerkt, dass es Probleme auch im ländlichen Raum gebe, sagt Haberlander. Die Aufteilung der Kräfte erfolge nach sozioökonomischen Belastungsfaktoren, Deckungsgrad in der Region, Anteil der außerordentlichen Schülerinnen und Schüler. Es gebe keine Region, die gar keine Betreuung hätte. Wenn eine Schule Bedarf melde, werde dem nachgekommen.

„SuSa hat Familien im Focus und hat die Möglichkeit, in die Familien zu gehen, weiterführende Angebote auf den Weg zu bringen – wie Familiensozialarbeit, Jugendservicestellen, Lernhilfen.“ Eine steigende Tendenz zeige sich, das Personal sei der begrenzende Faktor. Der Bedarf werde zunehmen angesichts der steigenden Probleme, mit denen Kinder und Familien konfrontiert seien. Die größte Gruppe seien Verhaltensauffälligkeiten, von Selbstverletzung über Gewalt und Rückzug bis hin zu den Folgewirkungen von Medienkonsum. Auch Konsum und Gewalt gegen sich selbst und nach außen seien bei den Älteren Thema, Essstörungen im Zunehmen, umreißt Schlöglmann.

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