Nach Gefechtspause
Syrien: Kämpfe um Metropole Aleppo gehen weiter
Bereits in den frühen Morgenstunden hatten Kampfhubschrauber der Regierung das Feuer auf mutmaßliche Stellungen von Rebellen in Aleppo eröffnet. In vielen Stadtteilen waren Artillerieeinschläge zu hören, berichteten Oppositionsanhänger. Ihnen zufolge rückten Panzer in Richtung auf den von Assad-Gegnern gehaltenen südwestlichen Bezirk Salaheddin vor. Zudem sollen Kampfjets eingesetzt worden sein. Im Westen der 2,5 Millionen Einwohner zählenden Stadt sowie in Innenstadtbezirken werde ebenfalls gekämpft. Die Straßen in Stadtvierteln unter Kontrolle der Rebellen waren menschenleer. Kämpfer richteten Stellungen in Häusern ein, die offensichtlich Hals über Kopf verlassen worden waren.
Schwere Kämpfe seien auch am nördlichen Rand des Stadtkerns von Aleppo aufgeflammt, berichteten die Beobachtungsstelle in London. Regimetruppen griffen die Stellungen der Rebellen in den Stadtteilen Bab al-Hadid, Al-Sahara and Al-Arkub an. Die Aufständischen zerstörten nach eigenen Angaben mehrere Panzer. Eine entscheidende Konfrontation bleib vorerst allerdings aus. Die Nachrichtenagentur Sana, die vom Regime kontrolliert wird, berichtet von der Tötung mehrerer Rebellenkämpfer in Aleppo und in anderen Städten. Ein Vorankommen meldete aber auch die Regierung nicht: Die Jagd nach "Terroristen" in den umkämpften Stadtvierteln werde fortgesetzt, hieß es.
Die Schlacht um Aleppo, das wirtschaftliche Zentrum des Landes, gilt als bisher wichtigste Machtprobe für die Regierung, die große militärische Ressourcen in die Kämpfe um die beiden Metropolen Aleppo und Damaskus gesteckt hat. Eine Niederlage des Regimes in Aleppo würde eine entscheidende Phase für Syrien einläuten. Militärexperten gehen davon aus, dass Assads Kräfte mit ihrer größeren Schlagkraft zwar die Kontrolle über Aleppo und andere Großstädte erringen können - allerdings zu dem Preis, dass sie weite ländliche Gebiete den Rebellen überlassen.
Iran: Machtwechsel in Syrien eine "Illusion"
Indes sicherten der iranische und der syrische Außenminister einander bei einem Treffen in Teheran gegenseitige Unterstützung zu. Die Idee eines Machtwechsels in Syrien sei eine "Illusion", sagte der iranische Minister Ali-Akbar Salehi am Sonntag. Die syrische Regierung werde die "Verschwörung" gegen sie besiegen.
Salehi warnte Katar, Saudi-Arabien und die Türkei davor, sich in den Konflikt einzumischen: "Die Länder sollten sich der gefährlichen Folgen einer solchen Politik für die gesamte Region bewusst sein." Syriens Außenminister Walid al-Muallem erklärte: "Das zionistische Regime (Israel) agiert als Drahtzieher und führender Provokateur dieses Komplotts." Muallem versicherte, seine Regierung werde die Rebellen im umkämpften Aleppo zurückschlagen.







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