Termin steht fest

Putin-Gegner Pussy Riot ab Ende Juli vor Moskauer Gericht

Ausland
23.07.2012 13:08
Der Prozess gegen die Kreml-kritische Punkband Pussy Riot soll am 30. Juli beginnen, wie ein Moskauer Gericht am Montag entschied. Die drei Künstlerinnen hatten in einem "Punk-Gebet" die Gottesmutter angefleht, Russland von Wladimir Putin zu erlösen. Ihnen drohen wegen Rowdytums bis zu sieben Jahre Haft. Vor dem Gerichtsgebäude nahm die Polizei mindestens zwei Unterstützer der Musikerinnen fest.

Erst am Freitag hatte das Gericht in Moskau die Untersuchungshaft für die seit März inhaftierten jungen Frauen um sechs Monate verlängert. Die Künstlerinnen bleiben demnach mindestens bis zum 12. Jänner 2013 hinter Gittern. Einen Antrag, das Verfahren wegen Formfehler an die Ermittler zurückzuweisen, lehnte das Gericht am Montag ab.

Kurz vor der Anhörung waren laut der Agentur Interfax zwei Unterstützer der Band festgenommen worden. Gemeinsam mit etwa 20 weiteren Unterstützern hatten sie sich vor dem Gericht in Moskau versammelt. Dutzende Polizisten waren vor dem Gebäude im Einsatz, die Straße wurde mit Metallgittern abgesperrt.

Der Fall sorgte weltweit für Aufsehen: Die Musikerinnen hatten am 21. Februar in der Moskauer Erlöserkathedrale in einem "Punk-Gebet" die Gottesmutter angefleht, Russland von Wladimir Putin zu erlösen (Bild 3). Darin hieß es unter anderem: "Maria, Mutter Gottes - verjage Putin!" Schon zuvor hatte die Band mehrere spontane Protestkonzerte abgehalten, darunter auch auf dem Roten Platz. Bei ihren Auftritten tragen die Sängerinnen Strickhauben, die ihre Gesichter verdecken.

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