Trotz Sparkurs

Yahoo begrüßt neue Chefin Marissa Mayer mit Millionen

Wirtschaft
20.07.2012 09:25
Der US-Internetkonzern Yahoo steckt in einer Dauerkrise und streicht 2.000 Stellen, doch der neuen Chefin Marissa Mayer winkt eine üppige Vergütung: Bis zu 120 Millionen Dollar kann sie in den kommenden fünf Jahren einstreichen. Zu einem Millionengehalt gesellt sich die Aussicht auf Aktien im Wert von mehreren Dutzend Millionen Dollar. Das Grundgehalt der bisherigen Google-Managerin wurde auf eine Million Dollar im Jahr festgesetzt, doppelt so viel kann sie noch zusätzlich als Bonus verdienen, wie aus am Donnerstag veröffentlichten Konzernunterlagen hervorgeht.

Allein der Wert der jetzt fest zugesagten Beteiligungspakete addiert sich auf 56 Millionen Dollar, von denen ein Teil allerdings erst über die nächsten fünf Jahre fällig wird. Zudem kann sich Mayer Hoffnung auf eine jährliche Aktienprämie im Wert von mindestens zwölf Millionen Dollar machen.

Große Herausforderung
Auf Mayer, die im Oktober ihr erstes Kind erwartet, kommt viel Arbeit zu. Yahoo kämpft schon seit Jahren ohne durchschlagenden Erfolg gegen den stetigen Rückgang der Werbeerlöse. Im vergangenen Quartal stagnierte der Gesamtumsatz bei 1,2 Milliarden Dollar. Der Gewinn fiel um vier Prozent auf 227 Millionen Dollar. Das lag an hohen Aufwendungen für den Umbau der Firma, den noch Mayers geschasster Vorgänger Scott Thompson angestoßen hatte. Rund 2.000 von vormals 14.000 Arbeitsplätzen fallen weg.

Motivationsschreiben an Mitarbeiter
In ihrer ersten Rund-Mail an die Yahoo-Beschäftigten, die vom Blog "All Things D" veröffentlicht wurde, rief sie die Mitarbeiter auf, in der Übergangsphase nicht stehenzubleiben. Obwohl sie schon einige Ideen habe, brauche sie noch etwas Zeit und Informationen, um eine konkrete Strategie für Yahoo zu entwickeln.

Der Chef-Job bei Yahoo gilt als einer der schwierigsten in der Internetbranche und ist zugleich ein Schleudersitz: Carol Bartz wurde nach zwei Jahren wegen Erfolglosigkeit gefeuert, Mayers Vorgänger Scott Thompson stolperte nach einigen Monaten über einen gefälschten Lebenslauf. Fünf Jahre an der Yahoo-Spitze überstanden nur die ersten beiden Chefs: Tim Koogle von 1995 an und Terry Semel ab 2001.

Bereits mit Google-Job finanziell ausgesorgt
Mayer stand noch nie an der Spitze eines Unternehmens: Bei Google prägte sie zunächst lange das Suchmaschinengeschäft und war zuletzt nur noch für Kartendienste und lokale Angebote zuständig. Finanziell hatte sie schon bei Google mit einem Beteiligungspaket als Angestellte Nummer 20 ausgesorgt. 

Jetzt bekommt sie bei Yahoo Aktien im Wert von 14 Millionen Dollar als Ausgleich für Einkommen, das sie bei Google zurücklässt. Eine einmalige Aktienzahlung im Wert von 30 Millionen Dollar ist auf fünf Jahre gestreckt. Zudem gibt es das erste jährliche Aktienpaket im Wert von zwölf Millionen Dollar.

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