Regionen ohne Strom

USA: Rund ein Dutzend Tote nach Stürmen und Hitze

Ausland
01.07.2012 11:03
Im Osten der USA wüten neben einer Rekord-Hitzewelle auch heftige Stürme. Bei den schweren Unwettern sind bereits rund ein Dutzend Menschen - darunter zwei Brüder im Alter von drei und fünf Jahren - getötet worden. Die heftigen Gewitterstürme haben außerdem Millionen Amerikaner von der Stromversorgung abgeschnitten. Bei einer Hitzewelle von 40 Grad müssen die Menschen ohne Klimaanlage und Kühlschrank auskommen. Bis sie wieder Strom haben, dürften Tage vergehen.

Die Gewitterstürme reichten von den Bundesstaaten Indiana bis New Jersey - insgesamt fegte der nächtliche Sturm innerhalb weniger Stunden über neun Staaten hinweg. Die Stürme erreichten Spitzengeschwindigkeiten von über 120 Stundenkilometer. Zwar brachten die Unwetter zeitweise Abkühlung - aber bereits bis Samstagmittag zogen die Temperaturen wieder kräftig an. Meteorologen sagten erneut Temperaturen von rund 40 Grad voraus.

Fast vier Millionen Haushalte und Unternehmen mussten am Samstag ohne Strom auskommen. In der Hauptstadt Washington sowie den Bundesstaaten Ohio, Virginia und West Virginia wurde der Notstand ausgerufen. In einigen Gegenden könnte bis zur Wiederherstellung der Stromversorgung eine Woche vergehen. Gewitterstürme knickten in einem breiten Band zwischen Indiana und New Jersey zahlreiche Strommasten wie Streichhölzer um. In Ohio und Virginia beschrieben Versorger die Schäden als katastrophal.

Marode Infrastruktur sorgt für massive Stromausfälle
Massive Stromausfälle nach Gewittern sind keine Seltenheit in den USA, sondern eher der Regelfall. Ursache sind weniger die Stürme als die marode Infrastruktur: In vielen Gegenden verlaufen die Stromleitungen noch immer oberirdisch über Masten - ein umgestürzter Baum oder ein abgebrochen Zweig kann so ein ganzes Viertel lahmlegen. "Es ist unglaublich", ärgert sich eine Frau am Stadtrand von Washington. Aber die meisten Amerikaner nehmen es geduldig hin.

Allein im Großraum Washington, wo die Unwetter in der Nacht am heftigsten wüteten, waren rund 1,5 Millionen Haushalte betroffen. Bewohner sprachen von einer der schwersten Unwetter seit Jahren. Im benachbarten Virginia kamen nach Angaben des TV-Senders CNN vom Samstag mindestens sechs Menschen um Leben - alle durch umstürzende Bäume. Fox News berichtete sogar insgesamt von zehn Toten.

"Kühlungszentren" eröffnet
In Washington wurden "Kühlungszentren" eröffnet, in denen Menschen, die zu Hause keine Klimaanlage haben, Zuflucht finden können. Durch tropische Schwüle sind die hohen Temperaturen zwischen den Unwettern extrem schwierig zu ertragen. "Ich habe so etwas noch nie erlebt", sagte ein Bewohner in Bethesda vor den Toren der US-Hauptstadt. "Ohne Klimaanlage - das wird ein verdammt heißer Tag", fügte er lächelnd hinzu.

Hoffnungsschimmer in Colorado
Dagegen gibt es in den Waldbrand-Regionen im westlichen Bundesstaat Colorado einen ersten Hoffnungsschimmer: Hier erleichtern sinkende Temperaturen den Kampf gegen die Flammen. "Unsere Mannschaften machen Fortschritte, 25 Prozent der Feuer sind unter Kontrolle", sagte Tom Tidwell vom US-Forest-Service am Samstag. Entwarnung könne aber noch nicht gegeben werden. Bei den Waldbränden kamen bereits zwei Menschen ums Leben. Es handelt sich um die schwerste Feuerwalze in der Geschichte des Bundesstaates. 350 Häuser wurden zerstört.

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