Großteil verglüht

ESA-Satellit stürzt am Mittwoch auf die Erde

Wissenschaft
20.02.2024 08:50

Der im Juli 2011 außer Dienst gestellte Erdbeobachtungssatellit ERS-2 wird am Mittwoch unkontrolliert auf die Erde stürzen. Angaben der Europäischen Raumfahrtagentur ESA zufolge soll der Großteil des zwei Tonnen schweren Satelliten in der Atmosphäre verglühen.

Einige wenige Trümmer werden allerdings auf die Erde niedergehen, unklar ist allerdings, wo sie tatsächlich landen werden. Das hängt dem Europäischen Raumflugkontrollzentrum ESOC zufolge vom Eintrittswinkel des Satelliten in die Atmosphäre und der Stärke der Sonnenwinde ab. Da rund 70 Prozent der Erdoberfläche mit Meeren bedeckt ist, hofft man, dass die Überreste ins Wasser stürzen. 

Auf der Grundlage von Daten, die am Montag erfasst wurden, prognostiziert das Space Debris Office (Amt für Weltraummüll, Anm.) der ESA derzeit den Wiedereintritt von ERS-2 in die Atmosphäre am Mittwoch um 20.24 MEZ. Die Unsicherheit in dieser Vorhersage betrage nur noch +/- 9,91 Stunden, hieß es. Diese Unsicherheit sei vor allem auf den Einfluss der unvorhersehbaren Sonnenaktivität zurückzuführen, die die Dichte der Erdatmosphäre und damit den Luftwiderstand des Satelliten beeinflusst.

Satellit wurde 2011 auf niedrigeren Orbit gesteuert
Als der Satellit ERS-2 nach Ende seiner Mission im Juli 2011 abgeschaltet wurde, hat die ESA ihn auf eine niedrigere Umlaufbahn geschickt, wo das Kollisionsrisiko mit anderen Satelliten oder Weltraumschrott geringer ist. Mittels Bremsmanövern brachte man ERS-2 von seiner ursprünglichen Umlaufbahn in 785 Kilometer Höhe auf einen Orbit in rund 570 Kilometer Höhe, wo das Risiko einer Kollision mit Satelliten oder Weltraumschrott geringer ist.

In der letzten Phase des „Deorbitings“, der sogenannten Passivierung, wurden dann im Rahmen mehrerer längerer Manöver der Resttreibstoff aus den Tanks abgelassen, und die Batterien und Sender des Satelliten abgeschaltet. Der  1995 gestartete Satellit wurde seither aber weiterhin überwacht, um den Zeitpunkt seines Wiedereintritts und seinen Wiedereintrittskorridor möglichst genau vorhersagen zu können.

Erst kürzlich wurde der unkontrolliert taumelnde ERS-2 beobachtet. Kameras an Bord eines Satelliten des australischen Unternehmens HEO nahmen im Auftrag der britischen Weltraumbehörde Bilder des ESA-Satelliten, der sich zu diesem Zeitpunkt in einer Höhe von rund 300 Kilometern befand, auf (siehe Bild oben).

Legte Milliarden Kilometer zurück
ERS-2 hat während seiner 16 Jahre dauernden Mission Milliarden Kilometer zurückgelegt und dabei Daten für Tausende von Wissenschaftlern und Projekten geliefert. Er war mit dem allerersten europäischen hochpräzisen Messinstrument zur Bestimmung der Ozonkonzentration in der Stratosphäre ausgestattet und leistete damit einen Beitrag zur Datenkontinuität bei der Beobachtung des jährlichen Ozonabbaus über der Antarktis.

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