'Frei für neue Sachen'

Mordprozess in Dubai: Adelsmayr schreibt ein Buch

Österreich
17.06.2012 15:24
Der oberösterreichische Arzt Eugen Adelsmayr, dem in Dubai der Tod eines Patienten zur Last gelegt wird, schreibt an einem Buch. "Der Prozess ist natürlich der Aufhänger oder Auslöser, es soll aber auch für 'Nicht-Prozessverfolger' interessant zu lesen sein", erklärte der 53-Jährige am Sonntag. Erst vor einer Woche war die 16. Verhandlungsrunde zum wiederholten Mal ergebnislos vertagt worden.

Die Biografie handle nicht nur von dem Prozess, sondern auch von "Hintergründen und Informationen über meine Jahre in den Emiraten". Die Idee dazu habe sich einfach entwickelt. Ab Februar 2006 war der Mediziner mehrere Jahre in den Vereinigten Arabischen Emiraten tätig. "Als ich in den Emiraten gearbeitet habe, habe ich eine Art Tagebuch geführt, ich habe jeden Tag ein bisschen was zusammengeschrieben."

"Um das Ganze hinter mir zu lassen"
Zurück in Österreich gab es ein paar Anrufe von Verlagen, auch seine Freunde animierten ihn dazu. "Schließlich habe ich zu schreiben begonnen, allerdings zuerst nicht in Hinblick auf ein Buch, sondern nur für mich - um das Ganze hinter mir zu lassen."

Das letzte Mal in Dubai war er Ende 2011. Anfang 2012 musste Adelsmayr einen schweren Schicksalsschlag hinnehmen: Die Frau des Arztes verstarb im 57. Lebensjahr. 30 Jahre lang waren die beiden ein Paar, 26 Jahre davon verheiratet. "Mit jedem Kapitel wird mein Kopf wieder frei für neue Sachen."

Söhne sind "recht kritisch"
Mehr als die Hälfte des Buchs sei nun schon fertig, 250 bis 270 Seiten sind insgesamt angedacht. Enthalten soll es sowohl einen belletristischen Teil als auch einen mit Dokumenten im Zusammenhang mit dem Prozess. Unterstützt wird der Bad Ischler bei seinem Schreibprozess von seinen Söhnen, die "recht kritisch" seien, wie Adelsmayr betonte.

Bereits seit Ende März arbeitet der 53-Jährige als selbstständiger Anästhesist in einer Privatklinik in Salzburg - pro Woche absolviert er eigenen Angaben zufolge ein bis zwei 24-Stunden-Dienste. Trotzdem setze er sich jeden Tag hin und schreibe ein bisschen. Das Buch soll bereits im "Oktober oder November" erscheinen.

Kein Prozess-Ende in Sicht
Dem 53-jährigen Oberösterreicher und einem indischen Kollegen wird der Tod eines Patienten im Februar 2009 durch unterlassene Hilfeleistung und eine hohe Dosis Opiate zur Last gelegt. Dafür droht dem Bad Ischler im Wüstenstaat ein Strafrahmen von drei Jahren Haft bis hin zur Todesstrafe. Der Mediziner hat die Vorwürfe stets bestritten. Ein Ende des Prozesses ist noch nicht in Sicht.

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