Staatschef stichelt
Janukowitsch heizt Mord-Gerüchte um Timoschenko an
Sollte das Gericht nachweisen, dass Timoschenko mit dem Mord zu tun habe, würde der Fall eine neue Richtung bekommen, sagte der Präsident der Nachrichtenagentur Interfax. Allerdings liege diese Entscheidung beim Gericht.
Bei dem Kriminalfall, der Timoschenko zur Last gelegt werden soll, geht es um den Mord an dem mächtigen Geschäftsmann Jewhen Schtscherban. Er starb 1996 in der ostukrainischen Stadt Donetsk im Kugelhagel. Seine als Mechaniker verkleideten Mörder hatten ihn beim Verlassen eines Flugzeugs abgepasst.
"Endgültiger Zusammenbruch der Justiz"
Die 51-jährige Timoschenko wies die Mord-Anschuldigungen als "absurd" zurück. Ihre Partei beschuldigte Janukowitsch unterdessen, sich wie ein Diktator zu verhalten.
Unterstützer werteten die Äußerungen des Staatschefs als "endgültigen Zusammenbruch der ukrainischen Justiz". Die Unabhängigkeit der Staatsanwaltschaft und der Gerichte sei eine Illusion. Der nächste Schritt wäre, dass Janukowitsch persönlich Julia Timoschenko verhöre und foltere.
Mit den Vorwürfen kurz vor dem Fußballspiel Deutschland gegen die Niederlande am Mittwochabend im Rahmen der Fußball-EM machte Janukowitsch deutlich, dass er sich der internationalen Kritik am Umgang mit der Oppositionsführerin nicht beugen will.
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