Schiiten im Visier
Irak: Dutzende Tote bei Anschlägen vor religiöser Feier
Da in dieser Woche Tausende Pilger in Bagdad ankommen, um sich an einem Schrein im nördlichen Stadtteil Kadhimiya zu versammeln, waren die Sicherheitsvorkehrungen bereits verschärft worden. Allein in Bagdad wurden bei vier Anschlägen laut der Nachrichtenagentur Reuters mindestens 30 Menschen getötet, die sich zu Ehren des Todestages des Imam Moussa al-Kadhim, eines Urenkels des Propheten Mohammeds, versammelt hatten. "Eine Gruppe Pilger kam zu einem Zelt, in dem Essen und Getränke angeboten wurden, als plötzlich ein Auto in ihrer Nähe explodierte", sagte ein Polizist.
Attacken gegen Polizisten
In der im Süden gelegenen Stadt Hilla seien zwei in Autos platzierte Bomben vor Restaurants explodiert, die üblicherweise von Polizisten besucht würden, hieß es weiter. Dabei seien bis zu 22 Menschen getötet und 38 verletzt worden. "Als ein Kleinbus voller Polizisten vor den Restaurants anhielt, explodierte ein Wagen in der Nähe des Busses", berichtete ein Restaurantbesitzer.
In der schiitischen Stadt Balad wurden bei zwei weiteren Anschlägen mit Autobomben mindestens drei Menschen getötet und 17 verletzt. Auch in Haswa südlich von Bagdad wurde ein Mensch bei einem Bombenanschlag getötet. Bei einem Kontrollpunkt der Armee im Süden der Hauptstadt kamen bei einem Angriff fünf Soldaten ums Leben, wie die Polizei zudem mitteilte. Und in Kirkuk gab es einen Anschlag auf das Büro der Demokratischen Partei Kurdistans, bei dem mindestens ein Mensch um Lebens kam.
Al-Kaida für Anschläge verantwortlich?
Zu den Attacken bekannte sich zunächst niemand. Zuletzt hatte es am 4. Juni einen großen Anschlag in Bagdad gegeben, als ein Selbstmordattentäter mit einer Autobombe am Sitz einer religiösen schiitischen Stiftung 25 Menschen getötet hatte. Zu dem Anschlag bekannte sich die zum Terrornetzwerk Al-Kaida gehörende Gruppe "Islamischer Staat Irak".
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