Islamisten-Angriff?

Schüsse in Kirche: Zwei Verdächtige gefasst

Ausland
28.01.2024 22:29
Porträt von krone.at
Von krone.at

Nach einem Angriff auf eine katholische Kirche in Istanbul mit einem Toten hat die türkische Polizei zwei Verdächtige gefasst. Das teilte Innenminister Ali Yerlikaya Sonntagabend mit. Zwei Maskierte waren Sonntagfrüh während des Gottesdienstes in die katholische Kirche Santa Maria im Stadtteil Sariyer eingedrungen und töteten einen Mann. Das Opfer war Medienberichten zufolge 52 Jahre alt. Den Tätern war zunächst die Flucht gelungen.

Die Hintergründe der Tat blieben auch nach den Festnahmen zunächst unklar. „Wir verurteilen diesen abscheulichen Angriff auf das Schärfste“, erklärte Yerlikaya. Er gab den Namen des Opfers nur mit dessen Initialen C.T. an. Demnach deutete alles darauf hin, dass die beiden Männer ihr Opfer gezielt getötet haben.

Opfer soll Obdachloser sein
Italienische Medien hatten zuvor allerdings berichtet, bei dem Opfer handle es sich um einen obdachlosen türkischen Staatsangehörigen. Diesen Berichten zufolge betraten die beiden Bewaffneten die Kirche während der Messe und schossen in die Luft. Als der Mann aufstand, um zu protestieren, erschossen sie ihn.

Zum Tatzeitpunkt nahmen den Behörden zufolge rund 40 Besucher an dem Gottesdienst teil. Auf Aufnahmen von Sicherheitskameras vor dem Angriff waren zwei Männer mit schwarzen Skimasken zu sehen, die Hände in ihren Taschen verborgen. Einer von ihnen trug eine schwarze Sonnenbrille. Später wurden Bilder von Polizei- und Rettungsautos gezeigt. Der Sender CNN Türk berichtete, die Polizei hätte an wichtigen Verkehrspunkten Straßensperren errichtet und führe verschärfte Kontrollen durch.

Papst drückte Beileid aus
Papst Franziskus drückte der angegriffenen Kirche seine Unterstützung aus. Beim Mittagsgebet auf dem Petersplatz sagte er am Sonntag: „Ich bin der Gemeinde der Kirche von Santa Maria in Sariyer in Istanbul nahe, die während der Sonntagsmesse einen bewaffneten Anschlag erlebte, bei dem ein Mensch getötet und mehrere verletzt wurden.“

In einem Telefonat mit Kirchen- und örtlichen Behördenvertretern bekundete auch der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan sein Beileid. Nach Angaben seines Büros versicherte Erdogan, dass alles getan werde, „um die Täter so schnell wie möglich zu fassen“. Der Präsident hält sich derzeit in der zentralanatolischen Provinz Eskisehir auf, wo er vor den Lokalwahlen im März Wahlkampf für seine Partei macht.

Steckten Islamisten hinter Anschlag?
Im Dezember hatten die türkischen Sicherheitskräfte 32 mutmaßliche Anhänger der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat unter dem Verdacht festgenommen, Anschläge auf Synagogen, Kirchen und die irakische Botschaft in der Türkei geplant zu haben. Die Türkei ist zu mehr als 99 Prozent muslimisch. Mehr als 180.000 Christen leben der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu Ajansi zufolge noch im Land.

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