Es ist das berühmteste Bild von Star-Fotograf Robert Doisneau: „Le Baiser de l‘Hotel de Ville“, das ein Liebespaar im Frühjahr 1950 vor dem Pariser Rathaus zeigt. Nun ist die Frau auf dem legendären „Kuss“-Foto, das zu einem Sinnbild für Paris als „Stadt der Liebe“ wurde, gestorben.
Mit dem hingebungsvollen Kussfoto, das zum Sinnbild des Klischees von Paris als „Stadt der Liebe“ geworden ist, begann für den französischen Fotografen Robert Doisneau, der als Vertreter der „humanistischen Fotografie“ gilt, eine außergewöhnliche Erfolgsgeschichte. Nach tausendfacher Verbreitung als Postkarte kam der „Kuss“ 1986 als Poster auf den Markt und wurde mehr als 400.000 Mal verkauft.
Doch das Kussfoto sorgte auch für Ärger. 1992 behauptete ein Ehepaar im französischen Fernsehen, dass es das Liebespaar auf dem Foto sei. Dieses Fernsehgeständnis holte Françoise Bornet und ihren Ex-Partner Jacques Carteaud aus der Reserve und zwang Doisneau dazu, das seit vier Jahrzehnten gehütete Geheimnis um das „Kuss“-Foto zu lüften: Statt um einen Schnappschuss handelte es sich um einen Auftrag des Magazins „Life“ zum Thema „Verliebte in Paris“.
„Er hat fünf oder sechs Posen aufgenommen. Es dauerte ungefähr einen halben Tag“, erinnerte sich Bornet. Doisneau entdeckte die junge Frau, als er auf der Terrasse eines Cafés saß. Die damalige Schauspielschülerin flanierte mit dem gleichaltrigen Carteaud vorbei, der ebenfalls Schauspielschüler war. Sie küssten sich wirklich - jedoch nicht vor dem Rathaus. Doisneau bat die Liebenden gegen Honorar das Geturtel an verschiedenen Orten der Stadt zu wiederholen, unter anderem auch vor der Fassade des „Hôtel de Ville“.
Wenige Tage nach dieser Aufnahme schickte Doisneau der jungen Frau das Foto als Erinnerung zu. Auf dem Rücken der Stempel des Fotografen und die Nummer des Negativs, 21.039. Im Jahr 2005 versteigerte Françoise Bornet das Foto für 155.000 Euro.
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