Bei „Aufnahmeritual“
Küchenhilfe in Sternelokal nackt gefesselt
In einem französischen Luxushotel wurde ein Mitarbeiter beim „Aufnahmeritual“ vor Kollegen stundenlang gedemütigt. Spitzenkoch Aurélien Largeau ist nun seinen Job los.
Er wurde mit einem begehrten Michelin-Stern ausgezeichnet und leitete das Restaurant des renommierten Hôtel du Palais im französischen Biarritz. Vergangene Woche warf Aurélien Largeau überraschend den Kochlöffel hin - doch offenbar nicht freiwillig.
Wie eine Sprecherin der Hotelkette Hyatt erklärte, war die Geschäftsleitung über einen „beunruhigenden Vorfall“ informiert worden, von dem sogar Videoaufnahmen im Internet geteilt worden waren. Im Zuge eines „Initiationsrituals“ in der Hotelküche war ein Mitarbeiter stundenlang splitterfasernackt an einen Sessel gefesselt worden - unter anderem mit einem Apfel im Mund. Alle Köche sahen dabei zu, unter ihnen auch der 31-jährige Largeau.
„Der Vorfall spiegelt nicht die Werte wider, die wir verteidigen“, sagte die Hyatt-Sprecherin. Man habe „entsprechende Entscheidungen getroffen“. Das Hôtel du Palais an der Strandpromenade von Biarritz hat fünf Sterne und kostet durchschnittlich mehr als 400 Euro pro Nacht.
Wir haben eine Untersuchung durchgeführt und daraufhin entsprechende Entscheidungen getroffen.
Eine Sprecherin der Hotelkette Hyatt
Demütigende Rituale trotz Verbot an der Tagesordnung
Schikanierende Initiationsrituale wie diese sind in Frankreich gesetzlich verboten. Dennoch werden sie noch immer praktiziert - als „Test“, ob Nachwuchskräfte dem Druck des Jobs gewachsen seien. Immer wieder starten Kochprofis Kampagnen gegen Gewalt in Küchen. Sie tragen Titel wie „Hände weg von meiner Küchenhand“ oder „Respect your kitchen“.







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