Im Tiroler Ort Kelchsau geht die Angst vor einem großen Beutegreifer um. Zum zweiten Mal binnen kürzester Zeit wurde in unmittelbarer Nähe zu einem Wohnhaus ein gerissenes Reh gefunden.
„Wir dürfen jetzt nicht mehr still sein“, gibt sich Stephan Treichl kämpferisch. Er ist der Besitzer eines vermieteten Hauses in der vorderen Kelchsau, das sich nur rund 200 Meter neben dem Bauernhaus der Familie Rief befindet. Bianca Rief hatte, wie berichtet, am Freitagmorgen ein brutal gerissenes Reh vor ihrem Haus entdeckt. Am Wochenende gab es dann beim Gebäude von Stephan Treichl einen ähnlichen Fund
Beim Schneefräsen zum Vorschein gekommen
„Meine Mieter haben mich verständigt, dass beim Schneefräsen unmittelbar vor dem Wohnhaus ein totes Reh zum Vorschein kam“, erzählt Treichl. Der Unterländer fuhr in der Folge selbst zum Ort des Geschehens und schaufelte den Kadaver händisch aus.
Tier mit Kehlbiss
„Das Reh hatte einen Kehlbiss“, sagt er und vermutet: „Das war wohl ein großer Beutegreifer.“ Auf einen Wolf will er sich nicht festlegen. Der Rehriss passierte nach Ansicht von Rief jedenfalls in der Nacht von Freitag auf Samstag. Der Schneefall habe den Kadaver dann verborgen. Rief hat noch am Wochenende Bezirksjägermeister Hans Embacher verständigt.
Bezirksjägermeister Embacher redet gern vom Fuchs. Dann haben wir in der Kelchsau jedenfalls große und sehr hungrige Füchse.
Stephan Treichl, Hausbesitzer
Der vermutete beim Riss im Umfeld der Familie Rief bekanntlich eher einen Fuchs als „Täter“ und kritisierte im Gespräch mit der „Krone“, dass derzeit fast jedes tote Wild einem Wolf zugerechnet werde. Mit diesem „Problem“ müsse sich die Jägerschaft aktuell auseinandersetzen.
„Aussage erzürnt mich“
Dies wiederum lässt Stephan Treichl nicht ruhig bleiben. „So eine Aussage erzürnt mich “, macht er seinem Ärger Luft. Und er „lädt“ nach in Richtung Embacher: „Embacher redet gern vom Fuchs. Dann haben wir in der Kelchsau jedenfalls große und sehr hungrige Füchse.“
Man dürfe nach diesem zweiten Vorfall jedenfalls nicht mehr still sein, gibt sich Stephan Treichl kämpferisch.
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