Der Schrecken fuhr Bianca Rief in der Kelchsau im Tiroler Unterland in die Glieder, als sie vor ihrem Bauernhof ein gerissenes Reh fand. Sie befürchtet einen Wolf als Verursacher und will Aufklärung durch eine DNA-Untersuchung.
Die Unterländerin lebt mit Mann Richard und den 9, 11 und 13 Jahre alten Kindern in einem Bauernhof in der vorderen Kelchsau. Seit Freitagmorgen hängt ein Angstschatten über der Familie. „Als meine Schwägerin zu Besuch kam, fragte sie mich, ob ich gesehen hätte, was direkt vor dem Haus liegt“, erzählt Rief. „Ich bin dann vor die Tür und richtig erschrocken, als ich ein brutal gerissenes, totes Reh entdeckte.“
Sofort an Wolf gedacht
„Als Erstes habe ich an einen Wolf als Verursacher gedacht“, schildert die Tirolerin. Zwar waren keine großen Spuren im Schnee zu erkennen, der Bereich um das Reh sei aber zertrampelt gewesen.
Solange der Wolfsverdacht nicht aus der Welt ist, habe ich Angst, meine Kinder abends aus dem Haus zu lassen.
Bianca Rief
Will einen DNA-Test
Die Familie hält am Hof Hühner, Hasen und Enten und gelegentlich reiße ein Fuchs Hennen. Doch einen so brutalen Riss traut Rief Meister Reineke nicht zu. „Solange der Wolfsverdacht nicht aus der Welt ist, habe ich Angst, meine Kinder abends aus dem Haus zu lassen“, sagt sie. Sie will, dass ein DNA-Test gemacht wird.
Experten vermuten eher Fuchs
Eine DNA-Probe haben die Rissbegutachter Hans und Michael Embacher auch schon entnommen und zur Begutachtung eingesendet. Vorerst gehen sie aber nicht unbedingt von einem Wolfsriss aus. „Laut meinem Sohn Michael, der vor Ort war, deuten die Bissspuren eher auf einen Fuchs hin“, sagt Bezirksjägermeister Hans Embacher. Aber nur die DNA könne den Fall 100-prozentig klären.
Wolf oft vorschnell der „Täter“
Er kritisiert, dass derzeit generell fast jedes tote Wild einem Wolf zugerechnet werde: „Mit diesem Problem müssen wir uns aber auseinandersetzen.“
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