Das Entsetzen bei den Betroffenen war groß, als der Verein der Tagesmütter in Gmunden am vergangenen Freitag Konkurs anmeldete. Von einem Tag auf den anderen standen rund 100 Kinder ohne die gewohnte Betreuung da. Nach politischem Getöse konnte nun Ersatz gefunden werden: Zwei Organisationen springen ein.
Die Nachricht ereilte die Eltern in Gmunden unerwartet und sehr kurzfristig: Am vergangenen Freitag wurden sie per Mail darüber informiert, dass ihre Kinder ab Anfang dieser Woche auf die gewohnte Betreuung verzichten müssen - der Verein der Tagesmütter (VdT) hatte, wie berichtet, Konkurs angemeldet.
Mangelnde finanzielle Unterstützung
Die Aufregung war nicht nur bei den Eltern groß, auch politisch schlug das Aus des Vereins hohe Wellen. Denn die geschäftsführende Präsidentin des VdT hatte mangelnde finanzielle Unterstützung durch das Land als Grund für die Insolvenz angegeben. Tatsächlich wurden die Verwaltungsbeiträge des Landes seit 2014 nicht mehr angepasst.
„Fremdschämland Nr. 1“
Neos-Abgeordnete Julia Bammer bezeichnete Oberösterreich daraufhin als „Fremdschämland Nr. 1“. Die Kritik prallte allerdings an der zuständigen Referentin ab: Jeder Verein sei selbst „für die eigene wirtschaftliche Gebarung verantwortlich“, hieß es aus dem Büro von LH-Stellvertreterin Christine Haberlander (ÖVP).
Betreuung wieder gesichert
Jetzt, eine Woche später, ist zumindest in Gmunden alles wieder gut: „Es gibt nach den Turbulenzen des vorigen Wochenendes jetzt eine tragfähige, nachhaltige Lösung mit zwei starken, stabilen Partnern“, informiert Gmundens Bürgermeister Stefan Krapf (ÖVP). Der Verein Aktion Tagesmütter OÖ sowie der OÖ Familienbund werden ab kommendem Montag die von der Insolvenz des VdT betroffenen Tagesmütter übernehmen. Die gewohnte Betreuung für die Kinder sei also wieder sichergestellt.
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