Es war ein vorweihnachtlich mildes Urteil für einen jungen Mühlviertler Tankstellenräuber: Er bekam 24 Monate, nur acht „scharf“. Vor Gericht zeigte sich der junge Mann, dem seine Schulden über den Kopf gewachsen sind, zudem reuig.
„Ich hab’ einfach den Überblick über meine Finanzen verloren. Ich hab’ das Gefühl gehabt, dass es immer enger wird und meine Partnerin und ihre beiden Kinder ausziehen müssen. Ständig sind neue Rechnungen gekommen. Ich hab’ einfach keinen anderen Ausweg mehr gesehen.“ So begründete ein 21-Jähriger aus dem Bezirk Freistadt bei seinem Prozess wegen schweren Raubes am Donnerstag in Linz, warum er am 19. Juli kurz vor 22 Uhr einen Tankstellenshop in Linz-St. Magdalena überfallen hatte – mit einem Halstuch maskiert und mit einem 15 Zentimeter langen Klappmesser bewaffnet. Im Geschäft hielt er einem Angestellten das Messer unter die Nase und schrie: „Überfall, Geld her!“.
Sie sind ja sicherlich nicht der typische Tankstellenräuber - und ich habe einige gesehen. Was hat Sie dazu gebracht?
Richter Ralf Sigl zu dem 21-jährigen Angeklagten
Verhaftung auf Arbeitsstelle
Der Mitarbeiter übergab ihm 2750 Euro, die der Räuber in ein graues Stoffsackerl stopfte. Dann flüchtete er, schmiss seinen Kapuzensweater und die geplünderte Kassenlade weg. Am 11. Oktober – da hatte er gerade den dritten Arbeitstag bei seiner neuen Stelle – wurde der Bursch von LKA-Ermittlern festgenommen. Nach anfänglichem Leugnen legte er ein umfassendes Geständnis ab. Seither saß der bis dahin unbescholtene 21-Jährige in Linz in U-Haft.
Mildes Urteil
Vor Gericht sagte er: „Ich bereue zutiefst, was ich getan habe. Es war wirklich ein Wahnwitz. “ Das menschlich-milde Urteil: 24 Monate Haft, davon 16 bedingt.
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