Mit 300 Testgeräten

Glühweinzeit: Polizei macht Jagd auf Alkolenker

Tirol
01.12.2023 12:00

Tirols Polizisten sind während der besinnlichen Zeit mit 300 Alkomaten und Vortestgeräten „bewaffnet“ unterwegs, um Alkolenker zu erwischen. Auch andere Drogen sind im Visier. Heuer gab es wegen Alkohol oder Drogen hinter dem Steuer bis Ende Oktober schon 220 Verletzte.

„Ich muss zwar noch mit dem Auto fahren, aber nach zwei, drei Tassen Glühwein schaffe ich das locker. Wenn ich etwas getrunken habe, bin ich sogar vorsichtiger unterwegs als sonst.“ Mit dieser Einstellung werden sich während der Adventzeit nach dem Besuch beim Christkindlmarkt wieder viele Tirolerinnen und Tiroler hinter das Steuer des Pkws setzen. Die Polizei klärt auch heuer wieder über die Gefahren von Alkohol am Steuer auf.

„Bei einem Promillewert von 1,0 steigt das Unfallrisiko auf das Siebenfache, bei 1,2 auf das Zwölffache und bei 1,8 Promille auf das 30-Fache“, sagt Günther Salzmann, der Leiter der Landesverkehrsabteilung (siehe Grafik). Und er ergänzt: „Vielfach wird auch vergessen, dass nach übermäßigem Alkoholgenuss am Abend bzw. in der Nacht sich dieser nicht nach wenigen Stunden wieder verflüchtigt hat.“ Lediglich rund 0,1 Promille werden pro Stunde abgebaut.

„Nicht zuletzt steht großes Leid für Familien am Spiel“
Der Konsum von anderen Drogen vor Fahrtantritt hat natürlich ebenso fatale Auswirkungen. Für die besinnliche Zeit kündigt Salzmann „eine ganze Reihe von Alkohol- und Drogenkontrollen“ an. Mit rund 300 Alkomaten und Vortestgeräten „bewaffnet“ werden Tirols Polizisten im Einsatz sein. „Die Folgen einer Fahrt unter Alkohol- oder Drogeneinfluss können sehr schwerwiegend sein“, warnt der Leiter der Landesverkehrsabteilung. Sie reichen vom Verlust des Führerscheins, Geldstrafen, dem Verlust des Jobs bis hin zur Freiheitsstrafe (siehe weiter unten). „Nicht zuletzt steht großes Leid für Familien am Spiel“, so Salzmann.

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Benutzen Sie öffentliche Verkehrsmittel oder ein Taxi. Vertrauen Sie auf keinen Fall auf Ihr Glück, Tricks oder Ausreden.

Günther Salzmann

Heuer schon über 4200 Alko- und Drogenlenker
Dass die Bewohner des „Heiligen Landes“ leider oft alles andere als „heilig“ auf den Straßen und Autobahnen unterwegs sind, zeigt die Statistik von Jänner bis Ende Oktober des heurigen Jahres. „Rund 190.300 Fahrzeuglenker wurden auf Alkohol getestet“, rechnet der Leiter vor. Das erschütternde Ergebnis: 1137 hatten zwischen 0,5 und 0,8 Promille intus, weitere 2247 Lenker hatten vor Fahrtantritt mehr als 0,8 Promille „getankt“. 850 Personen wurden wegen einer Beeinträchtigung durch Drogen zur Anzeige gebracht.

Unterm Strich „wiesen 4234 Lenker einen zu hohen Alkoholwert auf oder standen unter Drogeneinfluss. 220 Unfälle mit Verletzten waren in diesem Zusammenhang zu verzeichnen“, sagt Salzmann. Sein abschließender Rat bzw. Appell: „Organisieren Sie einen nüchternen Chauffeur, benützen Sie öffentliche Verkehrsmittel oder Taxis oder denken Sie an Fahrgemeinschaften. Vertrauen Sie auf keinen Fall auf Ihr Glück, Tricks oder Ausreden.“

Saftige Strafen und der Verlust des Führerscheins drohen 
Bei Alkohol am Steuer handelt es sich nicht um ein Kavaliersdelikt. Über die Rechtsfolgen klärt der ÖAMTC auf seiner Homepage auf. Zur Erinnerung: Grundsätzlich gilt für Pkw-Lenker eine Höchstgrenze von 0,5 Promille. Für Besitzer des Probeführerscheins sowie Lkw- und Busfahrer ist bei 0,1 Promille Schluss. Hier ein Überblick über den Strafrahmen bei den jeweiligen Grenzwerten:

  • 0,5 bis 0,79 Promille: Zwischen 300 und 3700 Euro Verwaltungsstrafe sind fällig. Wird man das erste Mal alkoholisiert beim Autofahren erwischt, behält man zwar den „Schein“, aber es gibt eine Vormerkung im Führerscheinregister.
  • 0,8 bis 1,19 Promille: Hier liegt die Höchststrafe ebenfalls bei 3700 Euro, allerdings sind auf jeden Fall mindestens 800 Euro zu zahlen. Bei der ersten Alkofahrt (ohne Unfall) ist der „Schein“ einen Monat lang weg, im Wiederholungsfall für mindestens drei Monate. Auch ein Verkehrscoaching (100 Euro) muss dann absolviert werden.
  • 1,2 bis 1,59 Promille: In diesem Bereich liegt der Rahmen zwischen 1200 und 4400 Euro. Der Führerschein ist für mindestens vier Monate weg. Außerdem wird man zur Nachschulung geschickt, was zusätzliche Kosten bedeutet.
  • Ab 1,6 Promille: Hier wird es richtig teuer. Zwischen 1600 und 5900 Euro können fällig sein. Der „Schein“ ist für mindestens sechs Monate futsch. Eine Nachschulung (500 Euro), ein Termin beim Amtsarzt sowie eine verkehrspsychologische Untersuchung (363 Euro) stehen ebenfalls an.

Nach einem Unfall sind die Folgen noch drastischer: Wer mehr als 0,8 Promille „getankt“ hat, dem droht eine Forderung auf dem Regressweg von der Haftpflichtversicherung in Höhe von bis zu 11.000 Euro.

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