Komplizen vermutet

Weitere Gift-Opfer auf der Todesliste der “Pflegerin”?

Niederösterreich
31.03.2012 17:42
Bogumila W. redet wie ein Wasserfall bei den Einvernahmen, die polnische Dolmetscherin hat alle Hände voll zu tun. Nur bei einem Thema fehlen ihr die Worte – wenn die Sprache auf Tod, Gift und Mord kommt. Damit will sie nichts zu tun haben. Doch die Indizien sind schwerwiegend.

Agierte die vermeintliche Pflegerin ähnlich wie die "Schwarze Witwe" Elfriede Blauensteiner? Fakt ist, zwei Männer sind tot: Herbert A. (68) aus Wien und Alois F. (62) aus Niederösterreich.

Rüstig waren die Pensionisten, lebensfroh und aktiv. Eine neue Bekanntschaft sollte her. A. fand sie über ein Kontakt-Inserat mit einer 0900-Telefonnummer. Es war Bogumila W., selbst ernannte Pflegerin.

Bis in den Tod mit "Köstlichkeiten" versorgt
Der Wiener schwärmte zu Lebzeiten vor Freunden von der Polin, mit der er "großartigen Sex" habe. Bis sein Körper binnen Monaten rapide abbaute, er im Spital dahinvegetierte. W. versorgte ihren Herbert täglich weiter mit frisch zubereiteten kulinarischen "Köstlichkeiten". Bis in den Tod.

Schockierend: Sein Begräbnis war zu der Zeit bereits organisiert. Eineinhalb Monate zuvor traf W. alle Vorkehrungen. Bezahlt hat sie im Voraus.

Leichen werden exhumiert
Es war definitiv Gift, Arsen, das Herbert A. qualvoll sterben ließ. Das belegt das Gutachten des Gerichtsmediziners Christian Reiter. Auch Alois F. wurde vermutlich ein Gift zum Verhängnis, in seinem Fall jedoch ein pflanzliches. Die Exhumierung ihrer Körper kommende Woche soll endgültige Gewissheit bringen. "Ich glaube nicht, dass diese Frau alleine gearbeitet hat. Auch die Polizei sagt das", so A.s Tochter Karin O. (39).

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