Mi, 15. August 2018

Hohe Radioaktivität

28.03.2012 19:16

Neue Probleme in Fukushima-Reaktor - Betreiber ratlos

Das japanische Katastrophen-Atomkraftwerk Fukushima Daiichi bereitet weiter Probleme: Der Betreiber Tepco stellte im Sicherheitsbehälter des Reaktors 2 (Bild) hohe Radioaktivität bis zu 72,9 Sievert pro Stunde fest. Damit seien erstmals seit dem GAU vom 11. März 2011 in dem Behälter um den Reaktorkessel radioaktive Werte gemessen worden, meldete die Nachrichtenagentur Jiji Press. Der Betreiber scheint ratlos.

Nach der Erdbebenkatastrophe war in dem Kraftwerk vor gut einem Jahr die Kühlung ausgefallen und es kam zur Kernschmelze. Die Strahlung gehe auf eben diese Kernschmelze zurück, in deren Folge Brennstoff durch den Kessel auf den Boden des Sicherheitsbehälters gelangt sei, erklärte Tepco.

Wo sich der Kernbrennstoff jetzt genau befinde, sei jedoch noch nicht bekannt. Nach Darstellung des Betreibers dürfte der Brennstoff weiter ausreichend gekühlt sein, da in dem Behälter 60 Zentimeter Wasser stünden - das sei allerdings weniger als gedacht.

Letzter Reaktor wird am 5. Mai abgeschaltet
Seit der Reaktorkatastrophe ist keiner der zu Wartungsarbeiten und Stresstests heruntergefahrenen Reaktoren im AKW Fukushima wieder angefahren worden. Von Japans 54 Atommeilern erzeugt nur noch ein einziger Strom. Am 5. Mai wird auch der letzte Reaktor im Kraftwerk Tomari auf der Hauptinsel Hokkaido zu Wartungsarbeiten heruntergefahren.

Die Regierung will bis Mai über ein erneutes Anfahren der Atomkraftwerke entscheiden, sagte ein Vertreter der Regierungspartei DPJ am Mittwoch. Ans Netz dürfen die Anlagen erst wieder, wenn die lokalen Regierungen zugestimmt haben. Dies ist nicht zuletzt wegen der großen Sorge der Bevölkerung über die Sicherheit der Atomkraftwerke bislang nicht geschehen.

Sorge um Stromversorgung im Sommer
Die Regierung bemüht sich daher - auch mit Blick auf die bevorstehenden schwül-heißen Sommermonate, in denen die Klimaanlagen im Lande auf Hochtouren laufen - darum, zumindest zwei Reaktoren im Atomkraftwerk Oi in der Provinz Fukui nach einem kürzlich bestandenem Stresstest wieder hochzufahren.

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