Keine Anklage

OÖ: Verfahren nach falschem Inzest-Verdacht eingestellt

Österreich
20.03.2012 15:29
Die Staatsanwaltschaft Ried hat ihre Ermittlungen im Fall eines 80-jährigen Innviertlers eingestellt, dessen zwei Töchter Inzest-Vorwürfe erhoben und diese später zurückgezogen hatten. Auch gegen die beiden Frauen, die den Pensionisten im vergangenen Jahr nach einem Sturz in dessen Wohnung in Oberösterreich zwei Tage am Boden liegen gelassen hatten, wird nicht mehr ermittelt.

Das Verfahren gegen ihre Sachwalterin nach einer Anzeige des Vaters wegen Verleumdung wurde ebenfalls eingestellt, erklärte Behördensprecherin Ernestine Heger am Dienstag.

Die Vorwürfe gegen den 80-Jährigen, der mittlerweile seine beiden Töchter enterbt hat, hatten schwer gewogen und europaweit für Aufsehen gesorgt: Die Schwestern hatten zunächst erklärt, dass sich ihr Vater über Jahrzehnte an ihnen vergangen und sie missbraucht habe.

Der Mann saß daraufhin zwei Wochen in Untersuchungshaft, bis die Frauen ihre Aussagen widerriefen. Sein Anwalt kritisierte, dass die Staatsanwaltschaft zu wenig nachgeforscht habe.

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