Seit 1978 sitzt er ein

“Häfn-Methusalem” klagt – er fühlt sich ungerecht entlohnt

Österreich
19.03.2012 17:53
Er ist eine Legende, der am längsten eingesperrte Häftling dieses Landes – Juan Carlos C. (Bild links) sitzt seit 34 Jahren hinter Gittern, derzeit in Krems-Stein. Er hatte in den 1970er-Jahren einen Postbeamten erschossen und später bei einer Flucht aus dem Gefängnis eine Frau entführt. Jetzt klagt der "Häfn-Methusalem" auf entgangenen Lohn.

Spätestens seit seinem Sitzstreik auf dem Dach der Gefängniskirche der Justizanstalt Garsten in Oberösterreich im Jahr 1983 ist er der Öffentlichkeit bekannt. Lautstark protestierte Juan Carlos C. damals gegen die Haftbedingungen. 

Mehr als die Hälfte seines Lebens hinter Gittern 
Kurz darauf flüchtete er aus Graz-Karlau, entführte die Ehefrau eines Oberregierungsrates, wurde gefasst, musste abermals einsitzen und war in eine Gefängnisrevolte verwickelt. So kam es, dass der 63-Jährige mehr als die Hälfte seines Lebens hinter Gittern verbrachte.

1.435 Arbeitsstunden verrichtet, aber nur 1.024 entlohnt
Jetzt macht der "Häfn-Methusalem" wieder von sich reden. Der Grund: sein Job als Hausarbeiter in Graz-Karlau. Statt für "schwere Hilfsarbeiten" wurde Juan Carlos C. angeblich nur für "leichte Hilfsarbeiten" entlohnt. Und: Im Zeitraum zwischen Mitte März und 9. November 2009 wurden laut Anklage zwar 1.435 Arbeitsstunden verrichtet, aber nur 1.024 entlohnt.

Jetzt klagt der Mann auf fast 8.000 Euro – Schmerzensgeld und Arbeitsvergütung. Sein Rechtsanwalt Christian Fauland: "Die Sache war schon unter Dach und Fach. Erst am Montag wurde plötzlich ein neuer Antrag von der Gegenseite eingebracht. Aber mein Mandant hat gute Chancen."

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