Eine steirische Delegation auf Besuch beim Nachbarn Slowenien: Die wirtschaftlichen Bande sollen enger geknüpft werden, der Hafen Koper rückt in den Mittelpunkt. Ein Zankapfel bleibt hingegen das AKW Krsko.
Schon allein aus historischer Sicht sind die Steiermark und Slowenien seit jeher eng miteinander verbunden: Bis 1918 war die Untersteiermark (ein Gebiet zwischen der unteren Mur und der oberen Save) Teil des ehemaligen Herzogtums Steiermark. Auch wenn heute die Grenzen verschoben sind, auf wirtschaftlicher und touristischer Ebene eint die beiden Länder wesentlich mehr als sie trennt. Daher führte die diesjährige Delegationsreise aus Anlass unseres Nationalfeiertags nach Laibach.
Zentraler „Ankerpunkt“ war der Hafen Koper, der für die steirische Wirtschaft und insbesondere für das Cargo Center Graz unverzichtbar ist, wie Landeshauptmann Christopher Drexler (ÖVP) und Cargo-Geschäftsführer Robert Brugger bei einer Besichtigung bekräftigten: „Durch die neuen Bahnverbindungen im Süden Österreichs wird der Hafen an Bedeutung gewinnen, davon wollen auch wir profitieren.“ Immerhin zählt Slowenien schon jetzt zu den wichtigsten Handelspartnern der Grünen Mark.
Bahn und Straße sollen ausgebaut werden
Hürden gibt es dennoch einige, vor allem auf den Straßen und Schienen zwischen Graz und Koper: Der Ausbau der Eisenbahn hinkt nach, Bahnhöfe müssen renoviert, Gleisanlagen erweitert werden. Und, wie bei uns die A9 zwischen Graz und Wildon, auch die Autobahn würde eine dritte Spur benötigen. Ein einziger Auffahrunfall stoppt Waren-Transporte über Stunden.
Drexler: „Die für unseren Standort essenzielle Verbindung für den Güterverkehr gilt es zu stärken und weiter auszubauen. Das sieht übrigens auch der slowenische Wirtschaftsminister so.“
Steiermark lehnt Laufzeit-Verlängerung ab
Bei den Terminen und Gesprächen in diversen Ministerien bedachte man sich aber nicht immer mit gegenseitigen Streicheleinheiten. Hauptknackpunkt ist und bleibt das schrottreife Atomkraftwerk Krško, das vor zwei Wochen wegen eines Lecks wieder einmal abgeschaltet wurde. Alle 121 Brennstäbe müssen nun ausgebaut werden.
„Die beschlossene Laufzeitverlängerung bis 2043 wird von der Steiermark äußerst kritisch gesehen und klar abgelehnt“, machte Drexler seinen Polit-Kollegen noch einmal klar. Ein symbolischer Protest, der freilich keine Auswirkungen hat - aber den Atomkurs unkommentiert hinnehmen, das geht auch nicht. Denn auch die Nachbarn nahmen sich kein Blatt vor den Mund, als sie auf die ihrer Meinung nach problematische Lage der slowenischen Minderheit in Österreich hinwiesen.
Beim Nationalfeiertags-Empfang in der Nationalgalerie in Laibach - gesichtet auch AK-Chef Josef Pesserl und Militärkommandant Heinz Zöllner - war wieder alles eitel Wonne, beide Länder lobten die guten Beziehungen vor allem auf wirtschaftlicher Ebene.
Die Reise erfolgte auf Einladung des Landes Steiermark.
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.